Wilde Botanicals #5 – Die Primel

No. 5 bei den Wilden Botanicals– der botanischen Vorstellungsrunde ganz alltäglicher wilder Pflanzen.

Mit dem Frühling kommen die Farben. Die Blumenzwiebeln wie das Schneeglöckchen werden unter anderen von den Primeln abgelöst.

Du möchtest auch eine Pflanze aus Deinem Alltag vorstellen? Die Anleitung liest Du hier.

Heute stelle ich Dir vor:

Die Kissenprimel

  • Botanischer Name: Primula vulgaris Huds.
  • Familie: Amaryllisgewächse (Amaryllidaceae)
  • Herkunft:  westliches bis mittleres Mitteleuropa, einzige hier natürlich vorkommende Schneeglöckchenart (von ca. 20 Arten)
  • Standort: keine pralle Sonne, frischer, nährstoffreicher Boden, Gehölzränder
  • Bestimmt von William Hudsen im Jahre 1762
  • Besonderheit: zierliche Staude, wintergrünes Laub, die Wildform versamt sich an geeignetem Standort, Zuchtformen bekommen mit der Zeit kleiner Blüten,
bunte Primeln
Primula vulgaris Huds.

Wie komme ich auf die Primel?

Es ist jedes Jahr das Gleiche: Kaum stehen die ersten Primeln zum Verkauf, schlägt mein Herz schneller. Ich würde sie am liebsten kaufen, alle!

Während meiner Ausbildung zur Zierpflanzen-Gärtnerin in Nürnberg (Gärtnerei Allgaier) war das nämlich eines der großen, prägenden Ereignisse: die Primelblüte im Gewächshaus. Wobei die Primel jetzt nicht bekannt ist, für ein herausragendes Irgendwas. Für viele Menschen ist sie nach dem Winter schön farbig, das war’s.

Wenn ich Primeln sehe, rieche ich meine Ausbildungszeit: Du öffnest die Glastür des Gewächshauses. Alles ist kräftig gelb, rot, orange, zwischendurch blau. Das Auge lacht. Und Du stehst in einer frühlingshaften, honigfarbenen Duftwolke. Bis zu diesem Zeitpunkt war mir noch nicht aufgefallen, dass Primeln duften. Vielleicht sind es auch nur die orangefarbenen, die duften?

Diese Erinnerung holt die Primeln – die Zuchtformen, wohl gemerkt – auf diesen Blog.


Überraschung: Honigschwerer Duft

viele gelbe Primeln
Primeln in Maßen

Kissenprimel im Garten

Nachdem die Kissenprimel als Tischdeko gedient haben, einzeln in einem Topf oder in einem schönen Arrangement mit anderen Frühlingsblühen, dürfen die Primeln raus in den Garten ziehen. Dort kommt die zierliche Staude Jahr für Jahr wieder. Das einzige, womit du rechnen musst: Die Blüte wird etwas kleiner und zierlicher werden in den folgenden Jahren.

Die große Blütenblätter sind sehr anfällig für Starkregen oder Hagel. Es könnte also einen Grund haben, warum die Wildform kleiner Blüten hat. (Unten auf dem Bild mit der blauen Primel siehst du an einer Blüte die Schäden, die ein scharfer Regenguss anrichten kann.)

Daher bietet sich für den Garten besonders die Wildform an. Es kann sein, dass Du sie in Gärtnereien suchen – oder übers Internet bestellen muss. Denn sie macht weniger her als ihr Zuchtvarianten und ist daher in Gärten schon fast eine Rarität.

Bester Standort

Die Primeln als Frühlingsboten lieben den Standort an Gehölzränder oder auf Baumscheiben unter (Obst)gehölzen: Hier ist es halbschattig, meist frischer, nährstoffreicher Boden (Wenn nicht immer gleich alles Streuobst aufgelesen wird). Pralle Sonneneinstrahlung kann zu Sonnenbrand führen.

Schädlinge

Die gezüchteten Sorten mit ihren „überdimensionalen“ Blüten sind sehr anfällig für Pilzkrankheiten. Aus der Ausbildung habe ich noch das feuchte Schmierige der angefaulten Blätter in den Fingerspitzen. Eine beachtliche Übersicht an Schadpilzen und Reaktion auf fehlerhafte Nährstoffversorgung findest Du im Hortipenium. Auch können starke Regengüsse oder Hagel die relativ großen Blütenblätter zerschlagen.

Kreuzungen

Die Naturform der Kissenprimel hat ein zartes Gelb mit einem dunkleren Auge. Auf den Tischen von Baumärkten, Discountern und Gärtnereien landen vor allem die Züchtungen mit den bekannten kräftigen Farben. Mittlerweile gibt es auch Sortenreihen mit pastellenen Farbtönen oder gemischten Blütenfarben. Ich habe selten erlebt, dass ich eine blaue Primel im Garten hält. Wobei: Ausnahmen soll es geben 😉.

blaue Kissenprimel im Garten
blau geht auch

(Und nein, dieses Bild ist nicht aus meinem Garten. Bei mir gäbe es keine freiliegende Erdfläche. Es lebe das Thema Mulch!)


Inspirierende Links zur Primula vulgaris:


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(Ja, Du hast Recht, dieses Kästchen ist auf englisch und es sieht nicht sexy aus – das ist aber zur Zeit die beste Lösung und sie funktioniert!)


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