November im Garten

Alles wird langsamer

Und es gibt den November im Garten: Die Konturen verschwimmen. Nebel liegt über den Flächen, Licht wird rar, Farben verlieren an Kraft, der Raureif malt seine eigenen Bilder. Viele Tage bleiben grau, kühl und feucht. Der Garten wirkt verlangsamt, manchmal schwer, manchmal fast still.

Mit dem November steht der Rückzug ins Innere an: Wachstum spielt keine Rolle mehr und Sichtbarkeit auch nicht. Alles, was jetzt geschieht, ist, dass fast nichts passiert.

Frost auf Hagebutten

Der November im phänologischen Kontext

Phänologisch liegt der November am Übergang vom Spätherbst in den Winter. Gehölze haben ihr Laub weitgehend abgeworfen, Stauden sind eingezogen oder stehen nur noch als Strukturgeber in den Beeten. Der Stoffwechsel ist stark reduziert.

Der Boden bleibt aktiv, aber langsam. Das kommt auf die Temperatur an. Die meisten Abbauprozesse laufen weiter, unterstützt durch Feuchtigkeit und milde Phasen, allerdings sehr, sehr langsam. So wird Organisches Material zersetzt und die Nährstoffe verlagert.

Im Grunde wird jetzt sehr konkret der Winter vorbereitet.

Der November als Einkehrmonat

Im November richtet sich der Garten nach innen aus: Es geht nicht mehr um Entwicklung, nicht um Gestaltung, nicht um Ertrag. Es geht um Reduktion und Rückzug. Und auch ein bisschen um Bangen und Hoffen, dass sich alle Vorkehrungen für den Winter im Frühling dann als gut herausstellen werden.

Die Flächen werden stiller und Abläufe finden ein Ende. Der Garten und die Natur nehmen sich zurück aus dem Jahreslauf: Der November ist ein Monat der Sammlung.

Wichtigste Tätigkeit im November: Abbau, Loslassen und Struktur

Im November geht es um Abbau, um Rückbau.

Pflanzenreste dürfen einfach so vergehen. Die Beete werden nicht mehr gepflegt, sondern vorbereitet, indem man sie in Ruhe lässt und eventuell mit Laub bedeckt.

Loslassen heißt im November auch, nichts mehr festzuhalten. Keine offenen Baustellen, keine halben Maßnahmen, kein Das-muss-noch-schnell! Man könnte es fast Gartenminimalismus nennen.

Wetter, Boden und ihre Wechselwirkungen

Der November bringt Nässe, Kühle und wenig Sonne mit sich. Der Nebel hält die Feuchtigkeit in der Luft, Böden bleiben lange feucht und trocknen kaum ab. Der Boden arbeitet weiter, angepasst an diese Bedinungen. Jetzt können noch gut die letzten Blumenzwiebeln und Gehölze in den Boden gebracht werden, wenn er nicht gefroren ist. So haben die Wurzeln Zeit, im noch feuchten, eventuell warmen Boden am neuen Standort anzukommen. Dann heißt es Warten.

Der November zeigt sehr deutlich, dass wenig Einfluss oft viel Wirkung hat.

Innere Haltung im November-Garten

Der November ist neben dem Oktober mein Lieblingsmonat: Alles wird ruhiger, ja, lädt fast zur Einkehr ein. Warum so eine Eile?

Der Garten verlangt keine Aufmerksamkeit mehr von uns. Er zieht sich zurück und wir können dasselbe tun: Dinge dürfen enden, ohne dass sofort Neues entstehen muss. Wenn wir Leere nicht als Mangel definieren, sondern neuen Raum, bekommt der November einen ganz anderen Geschmack.

Für viele fühlt sich diese Zeit schwer an. Nach der Zeitumstellung im Oktober wird uns jetzt bewusst, dass wir im dunklen Halbjahr angekommen sind: Immer weniger Licht und weniger Bewegung prägen unseren Alltag. Der Garten zeigt, dass genau das dazugehört.

Dabei darf manches einfach still werden.

Einordnung im Jahresverlauf

Der November steht zwischen Abschluss und Ruhe. Er löst auf, ohne neu zu ordnen, und bereitet vor, ohne etwas zu beginnen.

Was im November sinnvoll möglich ist und was bewusst endet, findest Du in den Garten-To-dos im November und den Garten-Don’ts im November.

Garten-To-dos und Don’ts im November

In diesem Sinne: Ich wünsche Dir einen friedlichen November

Gunhild

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