Garten-To-dos im Januar

Was im Wintermonat sinnvoll ist, wenn Du phänologisch denkst

Der Januar ist kein Monat, in dem der Garten „gemacht“ werden will, sondern ein Monat, in dem Du Dir durch kluge Zurückhaltung erstaunlich viel Stress für das ganze Jahr ersparst. Phänologisch liegt der Garten in der Vegetationsruhe: Die Gehölze halten ihre Knospen geschlossen, der Saftstrom ist stark reduziert und der Boden ist je nach Region gefroren, vernässt oder beides im Wechsel, weshalb die besten To-dos im Januar vor allem eines tun: Nix.

Wenn Du die Einordnung zum Monat noch nicht gelesen hast, starte hier: Januar im Garten. Und wenn Du die Grundlage für phänologisches Arbeiten suchst, findest Du sie hier: Beobachtungspflanzen und den phänologischer Kalender.

Im Januar zeigen Sträucher und andere Gehölze vor allem eins: Ruhe. Das klingt banal, ist aber der entscheidende Punkt für Deine Entscheidungen, denn ohne aktives Wachstum gibt es keine sinnvolle Düngung, keine wirksame „Aufbaupflege“ und keinen Grund, Beete zu öffnen, die gerade von Bodenleben und Frost-Tau-Wechseln strukturiert werden.

Wenn Du Dir den größeren Rahmen anschauen willst, dann ist das der passende Überblick: Gärtnern im Jahresverlauf

To-do 1: Gehölze beobachten und Ruhe bewahren

Ja, es gibt den Winterschnitt an Bäumen, der in der frostfreien Zeit durchgeführt wird. Früher hatten die Landtwirte, die neben dem Acker auch Obstbäume gepflegt hatten, etwas mehr Zeit und konnten sich in Winter um die Bäume kümmern. Daher ist der Winterschnitt der bekannte Zeitraum für die Baumpflege, natürlich auch, weil jetzt keine Vögel ihre Nester bauen. Allerdings gibt es auch den Sommerschnitt, der darf nicht vergessen werden. Jetzt ist also ein guter Zeitraum die Kronenstruktur zu bewerten und eventuell zu schneiden – wenn kein Frost mehr kommt! Warte ansonsten bis Februar!

Checkliste Beobachtung (5 Minuten reichen):

  • Welche Gehölze stehen windoffen, welche geschützt?
  • Wo gibt es Reibestellen, Bruchstellen oder alte Schadstellen, die Du später im Jahr im Blick behalten willst?
  • Wo siehst Du enges, kreuzendes Holz, das Du im passenden Zeitfenster sauber rausschneiden kannst?
  • Welche Gehölze treiben in milden Wintern auffällig früh, was Dir später beim Frostschutz hilft, ohne dass Du in Panik gerätst?

Das ist genau der Moment, in dem naturnahes Gärtnern ganz praktisch wird, weil Du nicht optimierst, sondern Zusammenhänge erkennst: Naturnah gärtnern ohne Druck: ein Garten als Lebensraum.

To-do 2: Boden schützen, statt ihn „vorzubereiten“

Der Januar ist kein Monat für Bodenbearbeitung. Wenn Du jetzt gräbst, hackst oder umschichtest, arbeitest Du gegen die Struktur, die der Boden gerade selbst aufbaut, und Du verdichtest im Zweifel Flächen, die im Frühjahr lange brauchen, um sich zu erholen.

Checkliste Bodenschutz:

  • Beete bleiben bedeckt, entweder durch Mulch, Pflanzenreste oder vorhandene Winterbegrünung.
  • Wege und Beetränder werden dort beruhigt, wo Du im Frühjahr sonst ständig Erde ins Beet trittst.
  • Verdichtete Stellen werden markiert, nicht bearbeitet, damit Du sie später im passenden Zeitfenster gezielt angehst.

Wenn Du Dir nur einen Satz merken willst: Der Januar ist der Monat, in dem Du dem Boden am meisten hilfst, wenn Du ihn in Ruhe lässt.

To-do 3: Kompost prüfen und „bereit halten“

Ich bin ja gar kein Fan von Komposthaufen, die umgesetzt werden müssen. Daher gibt es bei mir die Schnellkompost-Methode. Nach vier Monaten im Sommer und 6 Monaten im Winter ist der Kompost fertig. Also lasst ihn jetzt noch stehe und reifen!

Checkliste Kompost im Januar:

  • Erdabdeckung prüfen, damit er nicht komplett vernässt.
  • Nichts neues mehr dazugeben.
  • Kompost erst dann ernten, wenn die Rotte abgeschlossen ist.

Dieses To-do macht Frühjahr einen großen Unterschied, weil du die Natur für dich arbeiten lässt..

To-do 4: Wasser im Garten im Blick behalten

Im Januar wird Wasser gern vergessen, weil „es doch kalt ist“ und Regentonnen und Vogeltränken schnell durchfrieren. Dabei sind Wintertrockenheit, Wind und Frostsonne echte Stressfaktoren, vor allem für immergrüne Gehölze und frisch gepflanzte Strukturen aus dem Herbst. Und ja, Tiere und Pflanzen haben auch im Winter Durst.

Checkliste Wasser:

  • Immergrüne Gehölze beobachten: wirken sie matt oder zeigen sie Trockenschäden, wird das später ein Thema.
  • Regenfässer und Leitungen frostsicher halten.
  • Wasserstellen für Tiere kontrollieren, wenn Du welche hast, wobei „kontrollieren“ hier wirklich Kontrolle heißt, es heißt eher „warmes Wasser zur Verfügung stellen“.

To-do 5: Winterschutz moderat kontrollieren

Winterschutz ist im Januar sehr wichtig, vor allem der Schutz vor eisigen Winden. Viel Schutz wird im Alltag zu selten geprüft, bis er bei Wind oder Nässe genau dann versagt, wenn Du es am wenigsten brauchen kannst: Empfindliche Gehölze wie Rosen brauchen dringend Schutz vor eisigen Winden, vor allem, wenn kein Schnee liegt.

Checkliste Winterschutz:

  • Vlies, Jute, Reisig dort nachjustieren, wo Wind hineingreift.
  • Kübelpflanzen auf Untersetzerfreiheit prüfen, damit nichts im Wasser steht und durchfriert.
  • Stamm-, Wurzel- und Veredelungsschutz an empfindlichen Gehölzen kontrollieren, ohne die Pflanze „aufzudecken“, nur um nachzuschauen.

To-do 6: Werkzeuge und Material so vorbereiten, dass der Frühling kommen kann

Das ist eines der wenigen Januar-To-dos, das richtig „aktiv“ sein darf, weil es Deinen Frühling entlastet und schon ein wenig Vorfreude schürt.

Checkliste Vorbereitung:

  • Scheren reinigen und schärfen, Handsägen prüfen.
  • Bindematerial und Etiketten sortieren, damit Du später nicht improvisieren musst.
  • Saatgut sichten, um Überblick zu haben.

Das ist übrigens mein Lieblingswerkzeug im Garten.

To-do 7: Eigene Garten-Notizen beginnen oder fortführen

Wenn Du phänologisch arbeiten willst, brauchst Du keine perfekte Tabelle, aber Du brauchst ein Minimum an Erinnerung, damit Du nicht jedes Jahr wieder bei Null anfängst. Der Januar eignet sich dafür, weil er ruhig ist und Du Struktur sehen kannst.

Mini-Notizen, die reichen:

  • Wetterverlauf in zwei Sätzen: eher mild, eher frostig, eher nass, eher trocken.
  • Auffälligkeiten bei Gehölzen: Schäden, frühe Knospenreaktion, Bruchstellen.
  • Boden: matschig, gefroren, wechselhaft, dauerhaft nass.

Wenn Du die Methode dahinter noch einmal klar haben willst: Hier geht es noch mal zu den Beobachtungsplanzen des phänologischen Kalenders, welche die verschiedenen Jahreszeiten markieren.

To-do 8: Ordnung an den Stellen, die Dir später Zeit sparen

Ich meine damit nicht „aufräumen bis es geschniegelt ist“. Vielleicht bist du im Herbst noch nicht dazu gekommen, ein bisschen Ordnung in deinen Garten zu bekommen.

Checkliste Ordnungs-To-dos:

  • Wege freihalten, damit Du im nassen Frühjahr nicht alles ins Beet trittst oder nach eisigen Nächten nicht ausrutschst.
  • Beetränder dort stabilisieren, wo Erde wegspült.
  • Markierungen setzen, wo Du später nicht aus Versehen drüberlaufen oder schneiden möchtest.

Konkrete Garten-To-dos im Januar nach Gartenbereichen geordnet

Diese Liste ergänzt die Einordnung im oberen Teil des Artikels. Sie ist bewusst schlicht gehalten und dient als Orientierung, ich weiß ja nicht, was du alles im Garten vor hast. Voraussetzung für alle Punkte ist Vegetationsruhe. Bei Fragen: Melde dich gerne oder komm zum Garten-Jahreskreis dazu.

Gemüsegarten im Januar

Säen
Im Gewächshaus ist ab Mitte des Monats bereits die Aussaat von Radieschen möglich. Ganz frühe Aussaaten können gegen Ende des Monats in Blumentöpfen oder Aussaatschalen erfolgen.
Dazu zählen:

  • Tomaten
  • früher Blumenkohl
  • Salat
  • Aubergine

Ernten
Die auf dem Land verbliebenen winterharten Gemüsearten können bei Bedarf an frostfreien Tagen geerntet werden:

  • Grünkohl
  • Rosenkohl
  • Winterlauch
  • Feldsalat
  • Spinat
  • Melde

Allgemeine Arbeiten

  • Überwinterndes Gemüse kontrollieren und bei Bedarf ernten
  • Hochbeete und Kisten vor Vernässung schützen
  • Abdeckungen (Vlies, Reisig) nach Stürmen kontrollieren
  • Leere Beete beobachten und für spätere Nutzung markieren

Kräutergarten im Januar

Säen
Kresse lässt sich im Januar problemlos auf dem Fensterbrett aussäen und versorgt Dich schnell mit frischem Grün.

Bereitstellen:
Für den Winter stehen eingetopfte Kräuter bereit, die entweder auf der Fensterbank oder in einem hellen Raum weiter genutzt werden können.

Allgemeine Arbeiten

  • Mehrjährige Kräuter nicht schneiden
  • Winterschutz bei empfindlichen Arten überprüfen
  • Kübelkräuter vor Staunässe schützen
  • Immergrüne Kräuter an frostfreien Tagen kontrollieren
  • Abgestorbene Pflanzenteile nur entfernen, wenn sie sich leicht lösen

Obstgarten im Januar

Pflegen
Der Winterschnitt an Obstbäumen kann im Januar weitergeführt werden, sofern die Witterung es zulässt.

Kontrollieren
Eingelagertes Obst sollte regelmäßig überprüft werden, um Fäulnis frühzeitig zu erkennen.

Schutzmaßnahmen
Bei starkem Schneefall ist es wichtig, junge Bäume von der Schneelast zu befreien, damit es nicht zu Astbruch kommt.

Allgemeine Arbeiten

  • Gehölze auf Frost-, Wind- und Wildschäden kontrollieren
  • Stamm- und Wurzelschutz überprüfen
  • Baumscheiben frei von Trittschäden halten
  • Reisig- oder Mulchabdeckungen sichern
  • Kronenstruktur beobachten und Auffälligkeiten notieren

Blumengarten im Januar

Säen
Jetzt ist der richtige Zeitpunkt, um Frostkeimer auszusäen, zum Beispiel die Trollblume.

Vorziehen
Gegen Ende des Monats können Knollen geschnitten und ins Haus geholt werden. Auch kleine Winterlinge eignen sich für sehr flache Schalen und beginnen etwa drei Wochen später zu blühen.

Allgemeine Arbeiten

  • Stauden und Zwiebeln ungestört lassen
  • Schutzschichten aus Laub oder Mulch prüfen
  • Kübelpflanzen auf frostfreie Standorte kontrollieren
  • Rankhilfen und Stützen auf Stabilität prüfen
  • Abgestorbene Pflanzenteile nur entfernen, wenn sie sich von selbst lösen

Allgemeine Gartenarbeiten im Januar

Boden & Ordnung:

  • Gartenwege begehbar halten
  • Sammelhaufen für Küchenabfälle werden neu angelegt und mit Erde sowie Kalk abgedeckt, um Ungeziefer fernzuhalten.
  • Kompost abdecken und vor Vernässung schützen
  • Beete geschlossen halten, nicht umgraben

Kontrolle:

  • Gemüselager regelmäßig durchsehen und aussortieren, was nicht mehr lagerfähig ist.
  • Werkzeuge reinigen, schärfen und überprüfen
  • Wasserstellen für Tiere kontrollieren
  • Mulchschichten prüfen und bei Bedarf ergänzen

Planung:

  • Samenreste aus dem Vorjahr sortieren, fehlendes Saatgut gegebenenfalls nachbestellen und den Gartenplan für das kommende Jahr vorbereiten.
  • Beobachtungen zum Winterverlauf notieren
  • Material und Vorräte sichten und ordnen

Wetter & Boden im Januar im Blick behalten

  • Frost-Tau-Wechsel beobachten
  • Staunässe und Abflusswege erkennen
  • Schneelast auf Gehölzen kontrollieren
  • Windoffene Bereiche identifizieren

Weiter geht es zu den Garten-Don’ts im Januar

Das waren nun meine Hinweise, was du alles im Januar machen kannst. Es gibt aber auch einiges, was du bitte einfach nichts machst. Da diese Themen hier aber den Rahmen sprengen würden, gibt es dazu einen eigenen Blogartikel:

👉 Garten-Don’ts im Januar

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