Garten-Dont’s im APRIL

Zack – da ist er auch schon wieder fast vorbei, der April. Mit den Garten-Todos im April hast Du ja schon einen schönen Fahrplan an die Hand bekommen, was es alles in diesem Monat zu tun gibt. Auch, wenn es Dir in den Fingern kribbelt: Es gib einiges, was wir jetzt im April-Garten noch nicht tun sollten. Weiter geht es mit den Dont’s!

Warum eigentlich?

Ganz einfach: Der April ist launisch, das wissen wir alle. Mal warm, mal kalt, mal kurz vorm Sonnenbrand, mal mit Schneegraupel. Diese Übergangszeit zwischen Winter und Frühling zeichnet unsere Breitengrade aus. Unsere heimischen Pflanzen haben sich daran angepasst.

Nun haben wir im Garten aber auch Pflanzen, die nicht von hier kommen und daher mit den Temperaturschwankungen nicht klar kommen.

Tomaten, Magnolie & Co. können unter Nachtfrösten sehr leiden.

Im lichten Schatten blüht schon die Echte Sternmiere (Rabelera holostea)

Dont’s im Gemüsegarten

Tomaten, Zucchini, Paprika, Gurken ins Freiland pflanzen

Unser liebes Gemüse!

Bei der Aussaat während der vergangenen Wochen träumen wir von den leckeren Massen, die wir bald ernten werden. In Gedanken werden schon Kreise gebildet, wer was bekommt. Bisher sieht auch alles ganz gut aus: Die ersten Saaten sind (hoffentlich) gut aufgelaufen – so sagt man das im Gärtnerjargon. Zum Teil sind die Pflänzchen auch schon pikiert. Das ist super!

Junppflanzen nicht abhärten

Die Jungpflanzen sollten bis Mai an sonnigen Tagen an einem geschützten Ort abgehärtet werden. Damit sie dann nach dem Auspflanzen gleich loslegen können.

Dazu gehören auch Tomaten, Zucchini & Co.

Wer natürlich ein Gewächshaus hat… da sieht es schon anders aus! Auch ein Folientunnel oder Frostschutzvliese können prima für die Jungpflanzen genutzt werden, die schon stabiler sind: Fündig wirst Du hier.

Dont’s im Kräutergarten

leichte, organische Düngung vergessen

Allgemein bekannt ist, dass Kräuter nicht gedüngt werden sollen. Das ist in sofern richtig, dass eine zu kräftige Dünung die Zellen aufpumpt und dadurch der Geschmack verwässert wird. Wie bei so vielem heißt es gerade bei den Kräuter: Die Menge macht’s!

Alle 2-3 Jahre dürfen Kräuter mit einer kleinen Menge organischen Dünger wieder auf Vordermann gebracht werden!

treibende Kräuter total abernten

Wenn Du vom Frühjahr bis in den Herbst Deine Kräuter aberntest – ich rede hier von den Staudenkräutern, die jedes Jahr wiederkommen wie Liebstöckel, Minzen und Schnittlauch – nimmst Du ihnen immer wieder Nährstoffe weg. Irgendwann ist dann genug mit wegnehmen.

Lass sie Dir also schmecken!

Dont’s im Obstgarten

Schnitt der Pfirsichbäume vergessen

Der Obstbaumschnitt ist ja eine Sache für sich: Winterschnitt, Sommerschnitt, Pflanzschnitt, Verjüngungsschnitt. Das könnte für Verwirrung sorgen, nicht wahr?

Und dann hat noch die ein und andere Art ihren ganz eigenen Schnittzeitpunkt. Wie zum Beispiel der Pfirsich. Der Pfirsich wird am Besten in der Blüte oder nach Fruchtansatz geschnitten.

Die Krux hierbei ist, dass er Scheinblüten hat: Also Blüten, die blühen, aber keine Früchte bilden werden. Das erkennst Du daran, ob an den Blüten auch gleich Blättchen wachsen. Sind dort keine Blättchen zu sehen – wird aus dieser Blüte kein Pfirsich, auch wenn Bienen fliegen. Denn die Blätter neben der Blüte werden die Frucht später über die Photosynthese mit Stoffwechselprodukten versorgen.

keine Hornspähne unters Stroh bei den Erdbeeren

Kommen wir zu den Erdbeeren, den Strawerries. Diese werden nun mit Stroh versorgt. Auf der einen Seite gegen Schnecken, auf der anderen Seite soll später verhindert werden, dass die Früchte im Dreck liegen und faulig werden.

Stroh ist ein Stickstoffbinder. Der im Boden enthaltene Stickstoff wird beim Zersetzen des Strohs aus dem Boden gezogen: Es bleibt nichts mehr für das Pflanzenwachstum übrig. Daher ist es sinnvoll, unter Stroh immer auch gleich eine Handvoll Hornspäne als natürlichen Stickstofflieferanten zu geben. Schließlich wollen wir ja herrliche Erdbeeren haben – und die brauchen kräftige Erdbeerstauden!

Wenn Du wissen möchtest, was wie warum und überhaupt Du mit Mulch umgehen sollst – und das ist Stroh in diesem Fall – kommt hier das Wichtigstel, was Du zum Thema Mulchen wissen solltest:

👉 Mulchen im klimagerechten Garten – Was ist Mulch?
👉 Welchen Mulch gibt es
👉 Mulchen & Hacken im Garten

frisch gepflanzte Jungbäume in die Blüte gehen lassen

Ein frisch gepflanzter Baum wird aus seinem Topf an den neuen Standort gepflanzt und muss dort erst einmal ankommen: Er soll ins Wurzelwachstum gehen. Geht er in die Blüte, hat er keine Energie und nur wenig Stoffreserven für die Wurzeln. Dieses reduzierte Wurzelwachstum kann sich in späteren Jahren als Wachstumsdepressionen bemerkbar machen. Dann kann es aber nicht mehr nachgeholt werden. Also doch lieber im Pflanzjahr die Blüten entfernen.

Dont’s im Blumengarten

welche Blätter der Blumenzwiebeln abschneiden

Wer liebt sie nicht, die Blumenzwiebeln im Frühling? Sie sollen ja meistens winterhart sein und Jahr für Jahr wiederkommen. Und dann wunderst Du Dich, dass sie immer weniger werden?

Das kann daran liegen, dass Du die gelb werdenden Blätter entfernst. Ja, ich weiß, die sehen nicht besonders hübsch aus. Doch lass mich kurz erklären, warum es so wichtig ist, die an den Zwiebel zu lassen, bis Du sie einfach abziehen kannst:

Die Zwiebel sammelt als Speicherorgan unter der Erde alle notwendigen Nährstoffe ein und speichert sie. JETZT.

Wenn der Einziehungsvorgang abgeschlossen ist, gehen keine Nährstoffe mehr in die Zwiebel. Sie ist quasi zu und ruht nun bis zum nächsten Frühjahr.

Also heißt es für einen schönen Blütenflor im nächsten Frühjahr: Die Nährstoffe müssen jetzt in die Zwiebel. Lass ihr also die Zeit, die in den Blättern enthaltenen Nährstoffe einzuziehen. Du kannst auch noch ein bisschen reifen Kompost mit bei geben. Das tut ihr auch gut.

Fruchtansätze an Tulpen und Narzissen lassen

Der gleiche Hintergrund gilt bei den Samenständen: Diese zu bauen kostet die Pflanze viel Kraft – die sie aus der Zwiebel zieht. Doch da sollen ja die Nährstoffe rein!

Bei großsamigen Blumenzwiebeln wie Tulpen und Narzissen macht es Sinn, diese abzuknipsen. Bei kleinsamigen, die sich eventuell noch vermehren, kannst Du sie dran lassen.

(Dass Blumenzwiebeln weniger werden kann allerdings noch mehrer Gründe haben, dazu ein anderes Mal mehr.)

Dont’s im Garten für Tiere

Vogelhäuschen umhängen

Ja, dieses Thema immer noch aktuell und es gelten immer noch die gleichen Gründe. Wir hatten es uns bei den Don’ts im März angesehen.

Vogelfütterung beenden

Ja, es ist immer wieder überraschend! Die Vögel können und dürfen das ganze Jahr über gefüttert werden! Dazu ist es wichtig, das Futter an die jeweilige Entwicklungszeit anzupassen. Jetzt gehört kein fettreiches Winterfutter mehr auf den Teller, sondern eiweißhaltige Nahrung.

Eine tolle Zusammenfassung über ganzjähriges Füttern findest Du hier. Und gerade nach diesem trockenen Frühjahr: Wasser nicht vergessen!

Allgemeine Dont’s im April

Hecken tief schneiden & Bäume fällen

Wichtig sind aber noch die Hecken. Auch wenn manche Hecken nach der Blüte geschnitten werden sollten (Spirea zum Beispiel und Forsythie), darf das nur pflegend und vorsichtig sein. Mit einem zu tiefen Schnitt kommt man mit den Brut- und Setzzeiten in die Bredouille! Dann kann es sogar teuer werden!

Boden austrocknen lassen

Das Frühjahr war bitter trocken, und immer wieder sehr warm. In einigen Gebieten sind jetzt schon Waldbrandstufen bis 3 ausgerufen worden. Das ist nicht lustig. Damit der Boden für das weitere Jahr genügend Feuchtigkeit hat, ist Mulchen und Hacken wichtig. Und natürlich klug gießen!

Unkraut wachsen lassen

Zum Unkraut muss ich nicht viel sagen, oder? Das versteht sich von selbst.

Ich bin gespannt, ob Dir noch was einfällt, was im April auf keinen Fall gemacht werden sollte damit im Garten alles prima läuft!

In diesem Sinne: Bleibe grün.wild.wunderbar!

Deine Gunhild

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