Wenn Gartenideen schneller sprießen als Radieschen.
Dies ist der dritte Artikel der Serie „Welcher Gartentyp bin ich?“. Weil es in Gärten nicht nur um die richtige Zusammenstellung von Pflanzen geht sondern auch viel um Dich. Schließlich planst, träumst und arbeitest Du in Deinem Garten und nicht Dein Nachbar. Warum es wichtig ist, seinen eigenen Gartentyp zu kennen, ist klar, oder? So kommst Du raus aus der Gartenvergleicherei über den Gartenzaun und kannst den Garten so erleben, wie er sein kann: Als Dein Ort zum Auftanken.
Du brauchst es schnell und sofort und jetzt
Heute geht’s um Tempo, um Ideen und um dieses eine Gefühl: Ich muss jetzt sofort anfangen, sonst ist der Moment vorbei.
Es könnte sein, dass Du keine Planerin bist, stundenlange Gartenvideos gehen gar nicht und die Theorie ist Dir auch nicht so wichtig. Hauptsache: Jetzt sofort machen.
Dein perfekter Gartentag sieht so aus: Du baust spontan ein Hochbeet, weil Du im Baumarkt an Brettern vorbeigelaufen bist, pflanzt die Tomate um, weil Du das Gefühl hast, sie steht schief, fängst fünf Projekte gleichzeitig an – und findest das nicht schlimm. Das ist genau dein Ding: Idee = Umsetzen = Nächstes Ding.
Nur die anderen finden das manchmal problematisch. Aber das ist ihr Problem. Du liebst und brauchst Bewegung, Abwechslung, Spaß.
Wenn jemand mit einem Pflanzplan und Farbschema kommt, rollst Du innerlich die Augen. Nicht, weil Du keinen Sinn für Ordnung hättest – sondern weil Ordnung sich bitte an Dich anpassen soll, nicht umgekehrt. So nimmlich.
Warum Dir das Gärtnern manchmal schwerfällt
Du bist schnell – in einer Gartenwelt, die gerne langsam tut, weil Pflanzen ja langsam wachsen. Und während andere noch den Aussaatkalender studieren oder überlegen, wie die Hochbeetfüllung genau geschichtet werden muss, hast Du längst angefangen. Einfach, weil es Dich gerade interessiert hat. Aber manchmal verlierst Du dann die Lust. Manche nennen es Faulheit aber es ist gut möglich, dass das Thema für Dich innerlich schon durch ist.
Du liebst Veränderung. Nur: Das Umfeld liebt sie oft nicht. Stattdessen hörst Du Sätze wie „Jetzt bleib doch mal bei einer Sache“ – als wäre Deine Art, Garten zu erleben, falsch.
Dabei brauchst Du kein Struktur-Coaching, keine festen Systeme, keine Maßbänder. Du brauchst Platz, Luft und vor allem niemanden, der Dich für „zu sprunghaft“ hält. Du bist nicht sprunghaft: Du bist vielseitig. Und wenn Du ehrlich bist, hast Du schon mehr ausprobiert, beobachtet und umgesetzt als viele andere sich überhaupt trauen würden. Was Dich nicht weiterbringt, ist nicht Deine Energie – es ist die Vorstellung, Du müsstest sie zügeln.
Was Dir gut tut – und was nicht
Gut tut Dir:
- Wenn Du spontan entscheiden darfst, was heute dran ist
- Projekte, die nicht ewig dauern und bitte gleich sichtbar sind
- Abwechslung! Ein bisschen Chaos und in bisschen Freiheit sind voll in Ordnung
- Wenn niemand aufräumt, während Du noch mittendrin bist
Was Dich kirre macht:
- Detailpläne
- Wochenkalender für Gartenaufgaben
- „Erst recherchieren, dann handeln“-Philosophie
- Wiederholung und Routinen
- Leute, die sagen: „Das war doch letztes Jahr ganz anders bei Dir“
Wenn es mal nicht läuft
Wenn es mal hakt, dann meistens, weil Du zu lange an etwas festhältst, das für Dich innerlich längst durch ist. Vielleicht hast Du Dich überzeugen lassen, dass man Dinge „erst ordentlich zu Ende bringen“ muss, auch wenn Du längst keine Lust mehr hast. Oder weil Du versucht hast, Dich an einen Gartenstil anzupassen, der einfach nicht Deiner ist – zu aufgeräumt, zu durchdacht, zu clean.
Dein Garten ist nicht Pinterest-tauglich und das war auch nie der Plan. Er ist lebendig und wechselhaft und vielleicht wird er nie ganz „fertig“ – aber das musst Du ja auch nicht sein. Es ist Dein Garten und das ist total in Ordnung.

Deine Garten-Challenge – 10 Ideen, die zu Dir passen
- Fang etwas an – und hör mittendrin auf, wenn es reicht.
Du darfst ein Beet halb bepflanzen und es morgen anders machen – nicht alles muss fertig sein, um Sinn zu haben. Pass nur auf, dass es der Pflanze auch bei der Umzieherei auch gut geht. - Probier ein neues Werkzeug aus, ohne große Vorbereitung.
Wenn Dir der Spaten zu schwer ist, nimm einen kleinen. Wenn Du ein neues Ding ausprobieren willst – los geht’s, ohne Recherchemarathon. - Verändere ein Beet spontan.
Raus mit der Pflanze, rein mit der Idee – Du brauchst Räume, die sich mit Dir verändern dürfen. Du kannst Pflanzen in ihren Töpfen auch erst einmal hinstellen und auf Dich wirken lassnen - Lass das Planen für eine Woche ganz sein.
Kein Skizzenblock, kein Gartenbuch – arbeite einfach aus dem Moment heraus und schau, was passiert. - Gestalte mit dem, was gerade da ist.
Alte Dachziegel, leere Töpfe, Komposterde – nutz, was da ist. Du brauchst kein neues Material, Du brauchst Spielraum, ja, auch als erwachsener Mensch! - Verzichte 7 Tage lang auf neue Garteninspiration von außen.
Kein Pinterest, kein Instagram, keine Magazine. Trau Deiner eigenen Idee. - Zieh etwas anderes an als sonst.
Garten beginnt beim Gefühl – ein buntes Tuch, ein anderer Schnitt, barfuß oder Gummistiefel im Sommer. Erlaub Dir, auch hier anders zu sein. - Sag einmal am Tag laut: „Das reicht für heute.“
Damit Du morgen noch Lust hast. - Mach ein Vorher-Nachher-Foto – aber nur für Dich.
Und lege Dir ein Gartenalbum in der Mediathek an um zu sehen: Da war ich. Das hab ich gemacht. - Schreib Dir abends auf, was Dir Freude gemacht hat – nicht, was Du geschafft hast.
Denn genau da liegt Deine Energiequelle – in der Begeisterung. Bilanzen sind für andere Menschen.
Deine Kraft im Garten
Du brauchst keine Schritt-für-Schritt-Anleitung, keine akribisch durchtakten Pflanzpläne, die Dich mehr einengen als unterstützen. Was Du brauchst, ist Raum zum Atmen, Platz zum Ausprobieren, Freiheit im Denken UND im Tun. Du bist nicht diejenige, die monatelang plant, bevor sie loslegt. Du spürst, wann der Moment reif ist, und dann stehst Du mit dem Spaten im Beet, während andere noch darüber reden, ob es überhaupt schon Zeit dafür ist.
Du probierst Dinge aus, weil Du neugierig bist, denn Du liebst lebendige Prozesse. Dann hast Du einen Garten, der mitwächst. Mit Dir, mit Deinen Launen, mit Deinem Alltag.
Dein Garten ist nicht gleichmäßig, nicht perfekt, und vielleicht nie ganz „fertig“. Aber dafür ist er genau Deins. Man sieht ihm an, dass hier jemand lebt, der nicht keine Lust auf Gartenverwaltung hat. Hier lässt jemand Veränderung zu. Es geht Dir nie um Kontrolle geht, weil das Erleben im Vordergrund steht. Manche nennen es try-and-error.
Dein Garten zeigt: Leben ist nicht planbar und voller Möglichkeiten. Und Deine Superkraft ist Intuition in Aktion!
Was jetzt?
Wenn Du Dich hier wiederfindest – wunderbar. Du musst nicht stiller, strukturierter oder pflegeleichter werden. Du darfst neugierig bleiben und wild und wunderbar.
Wenn Du wissen willst, wie es mit der Serie weitergeht – schau Dir die anderen Typen an:
- Die Gärtnerin der Klarheit
- Die Gärtnerin der Kraft
- Die Gärtnerin der Freiheit
- Gärtnerin der Speigelung
Und wenn Du Lust hast, Dich intensiver mit Deinem Garten – und mit Dir – zu verbinden, trag Dich unten gleich in die Wald- und Wiesenpost ein. Oder notier Dir das Frühjahr 2026: Da startet der nächste Gartenjahreskreis. Vielleicht genau das, was Deine Impulse endlich begleiten darf.
Bis dahin: Bleibe grün.wild.wunderbar und lass Dich nicht bremsen.
Deine Gunhild