Gärtnerin der Kraft

Dies ist der zweite Artikel der Blogserie Welcher Gartentyp bin ich?

Fünf Gartentypen, fünf völlig unterschiedliche Arten, einen Garten anzugehen – und dabei geht es nicht um Farbeschmack oder Designstil. Es geht um die Art und Weise, Projekte anzugehen (oder nicht), zu Träumen und den Pflanzen zu begegnen – oder eben nicht. Heute geht es um die Macherin. Die, die nicht lange nachdenkt, sondern rausgeht und macht. Hier kommt die Gärtnerin der Kraft.

Du brauchst keine Pflanzpläne – Du brauchst eine Schaufel.

Es gibt Menschen, die wollen erst den Boden verstehen, dann das Klima analysieren, eine kleine Wetterstation aufstellen, dann die Stauden nach Farben sortieren. Und dann gibt es Dich.

Du merkst: Hier muss was gemacht werden. Und es macht einfach Spaß etwas zu machen. Dann ziehst Du die Handschuhe an. Und fängst an.

Du willst nicht ewig überlegen. Du willst machen. Also gehst Du raus und fängst an: Du bist der Mensch, den man abends im Garten trifft, mit Erde an den Händen und wirklich einem Lächeln im Gesicht, denn Du hast kein Problem mit Schweiß. Oder mit Muskelkater. Im Gegenteil – es könnte sogar sein, dass das für Dich zum Gärtnern dazu gehört. Dein Blick auf abgehakte Aufgaben macht Dich zufrieden und stolz. Einfach so.

Ein guter Gartentag ist für Dich einer, an dem man abends sieht: Das habe ich gemacht.

Warum Dir das Gärtnern manchmal schwerfällt

Du bist gerne im Tun und Werkeln. Auch wenn
Gartenarbeit sich angeblich „leicht“ anfühlen soll – meditativ, entschleunigend, seelenheilend, jaja, Grüße gehen raus an die maximal entschleunigten Menschen. Dein Garten ist für Dich kein Ort zum Herumsitzen – Du willst bewegen, anpacken, etwas sehen. Und meistens klappt das auch gut. Du arbeitest Dich durch ein Beet, schleppst Mulch, stellst das Hochbeet fertig – und denkst: Jetzt ist’s gut. Bis Du den Blick hebst. Und da hinten steht schon das nächste Projekt. Oh no.

Das ist der Moment, wo es kippt. Wo sich die Freude in Druck verwandelt. Wo auf einmal alles gleichzeitig ruft, aber Du nicht mehr weißt, wo Du anfangen sollst. Da hört der Spaß dann auf.

Was Dich dann am meisten zurückwirft, ist dieses Gefühl: Ich kann das nicht richtig. Ich müsste strukturierter sein. Oder entspannter. Oder schneller. Als wärst Du irgendwie falsch getaktet und fehl am Platz im romantischen Garten.

Aber Du bist nicht falsch getaktet. Du hast einfach viel Energie – und manchmal wenig Rückmeldung und Leitplanke, wann es reicht. Du brauchst kein anderes Tempo. Du brauchst nur die Erlaubnis, nicht alles zu machen. Und nicht alles auf einmal.

Was Dir gut tut – und was nicht

Was Dir gut tut:

  • Gartenarbeit mit klaren Zielen: Unkraut raus, Mulch drauf, fertig, nächstes Projekt
  • Aufgaben, die körperlich sind – gern auch mit Musik
  • Arbeiten in Etappen: Heute das Beet, morgen der Kompost
  • Ernte, Schnitt, Pflege – Sachen, bei denen man sieht, dass was passiert
  • Zusammengefasst: Routine, Rhythmus, Bewegung.

Was Dich nervt:

  • Wenn man alles zerdenkt
  • Diskussionen, wie ein Beet vielleicht aussehen könnte
  • ständige Änderungen
  • Gartenratgeber mit 300 Seiten Theorie und keinem Foto
  • Wenn man „erst mal schaut“ und gar nichts macht
  • Herumstehende Leute, die sagen: „Gartenarbeit ist meditativ“

Wenn es mal nicht läuft

Dann setze Dich doch mal hin. Nein, keine Sorge, Du musst jetzt nicht meditieren und im inneren Urschleim irgendetwas Besinnliches suchen. Setz Dich mal hin und spür das Gefühl, wie es sich anfühlt, wenn Du Dich übernommen hast. Dich übernehmen kannst Du nämlich wie alle anderen auch.

Weil Du versucht hast, alles auf einmal zu machen und Dein Körper irgendwie doch schon müde ist. Ja, es kann sein, dass die Liste noch nicht abgearbeitet ist. Das ist möglich und in Ordnung.

Du musst nicht alles heute erledigen. Du darfst Dinge liegen lassen, ohne das Gefühl zu haben, zu versagen. Manchmal ist gut, auch für Dich.

Deine Garten-Challenge für mehr Kraft

  • 15 Minuten aktive Gartenzeit täglich.
    Mehr ist Bonus – aber 15 Minuten mit vollem Fokus reichen. Du wirst Staunen, was dabei heraus kommt. Also: Wecker stellen!
  • Mach eine Liste mit drei „Kraftaufgaben“.
    Was tut Dir gut? Jäten, Gießen, Ernten, Schnippeln? Halte Dich dran.
  • Arbeite mit Musik.
    Finde Deinen Rhythmus – im wahrsten Sinne des Wortes. Du wirst sehen, das wirkt Wunder!
  • Ernte und verarbeite direkt.
    Nichts ist befriedigender, als die Beeren direkt in die Küche zu tragen und am Ende des Tages hinter die Marmeladengläser einen Haken zu machen.
  • Plane ein freies Garten-Wochenende – ganz bewusst.
    Nur da sein. Nicht arbeiten. So kann Deine Kraft im Garten ankommen. Es könnte sein, dass es Dir ganz gehörig in den Fingern kribbelt!
  • Wechsle zwischen großen und kleinen Aufgaben.
    Heute Verblühtes aus den Stauden schneiden, morgen nur gießen. Ein nach dem anderen.
  • Fotografiere vorher-nachher.
    Dein Fortschritt motiviert Dich – und Du darfst stolz auf Dich sein. Da helfen Fotos enorm!
  • Fang keine fünf Baustellen gleichzeitig an.
    Eins nach dem anderen. Auch wenn’s juckt.
  • Hol Dir Hilfe, wenn’s zu viel wird.
    Nur weil Du stark bist, musst Du nicht alles allein stemmen, vielleicht jemanden mit Gartenüberblick.
  • Schreib Dir abends auf: Was habe ich heute geschafft?
    Und wichtig: Wie hat sich das in meinem Körper angefühlt?
Cosmea bipinnatum – Schmuckkörbchen

Deine Kraft im Garten

Du brauchst keinen Gartenkatalog oder noch mehr Inspirationsquellen. Du liebst Aufgaben, Bewegung, Ergebnisse. So kannst du Gartenräume schaffen, die funktionieren und schön sind, gerade weil sie gebraucht werden.

Deine Beete sind gepflegt, Deine Wege frei, Dein Kompost dampft vor sich hin. Du bist die, die man ruft, wenn andere nicht mehr weiterwissen, weil Du für Deine Energie bekannt bist.

Und auch wenn Du es nicht immer hörst oder siehst: Deine Energie bringt den Garten überhaupt erst in Gang. Und das ist wirklich bewundernswert.

Deine Superkraft im Garten ist Durchhaltewille & Tiefe!

Wald- und Wiesenpost

Und wenn Du tiefer in Deine Art zu gärtnern eintauchen willst, dann trag Dich unten in die Wald- und Wiesenpost ein – oder merk Dir Frühjahr 2026, wenn der Gartenjahreskreis in die nächste, offizielle Runde startet.

Kleiner Spoiler: Du kannst jetzt schon reinschnuppern mit den großen To-Do-Punkten: Kompost bauen, sinnvoll Mulchen und richtig Gießen. Das wartet bereits auf Dich.

Ansonsten geht es hier zu den anderen Gartentypen. Jeder ist wirklich anders:

Bis dahin: Bleibe grün.wild.wunderbar und gärtnere so, wie Du wirklich bist.

Deine Gunhild

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