Langsam geben wir mit dem goldenen Oktober den Garten aus der Hand: Das meiste ist getan. Schritt für Schnitt neigt sich das vegetative Leben dem Ende zu. Wachstum verliert an Bedeutung, Farben verändern sich und das Laub fällt. Der Garten wirkt übersichtlicher, manchmal auch ein wenig leerer.
Der Oktober kann sich nach Abschied anfühlen, ein bisschen nach Wehmut. Die großen Bewegungen des Jahres sind vorbei. Was bleibt, steht ruhiger da. Man könnte meinen, der Garten bereitet sich auf Abschied vor – tatsächlich ist er schon mittendrin.

Der Oktober im phänologischen Kontext
Phänologisch liegt der Oktober im Spätherbst. Gehölze ziehen ihre Energie aus Blättern und Trieben zurück, Stauden beginnen einzuziehen oder haben diesen Prozess bereits abgeschlossen. Die letzten blühenden Herbststauden stehen in den Beeten und das Laub bring Farbe in den Garten. Der Stoffwechsel in den Pflanzen und im Boden verlangsamt sich deutlich.
Der Boden ist oft noch warm, das bedeutet, die Abbauprozesse laufen weiter: Laub und Pflanzenreste werden zersetzt oder liegen als schützende Schicht auf. Irgendwie arbeitet der Garten nach innen. Und so wechselt Energie ihren Ort, von der Oberfläche in Speicherorgane und Bodenstrukturen. Es wird einfach umverteilt.
Der Oktober als Übergangsmonat
Der Oktober markiert den Übergang vom aktiven Gartenjahr in die ruhigere Zeit. Noch ist nicht alles abgeschlossen, aber nichts drängt mehr nach vorne.
Viele Aufgaben erledigen sich nun von selbst. Pflanzen ziehen sich zurück, Flächen werden frei, der Garten übernimmt wieder mehr Eigenregie. In den Schrebergärten werden die Wasseruhren abgestellt und kalte Regionen machen jetzt schon mal die Regentonnen winterfest.
Dieser Monat gehört nicht mehr dem Aufbau. Er gehört dem Loslassen dessen, was losgelassen werden darf. Es ist ein ganz natürlicher Rhythmus.
Wichtigste Tätigkeit im Oktober: Rückzug, Ordnung und Übergabe
Im Oktober geht es um Ordnung. Nicht im Sinn von Aufräumen bis zur Leere, sondern im Sinn von Klärung. Uh, das klingt so schön abgedroschen und pauschal. Dabei ist es genau das!
Was bleibt, darf bleiben. Was endet, wird nicht verlängert, kann gar nicht verlängert werden, denn wir leben in Breitengraden mit vier offiziellen Jahreszeiten. Und als nächstes kommt der Winter.
Übergabe bedeutet im Oktober auch, Verantwortung abzugeben. Der Garten wird nicht mehr gesteuert, sondern begleitet, bis auch das nicht mehr nötig ist. Wir als Menschen sind dann nicht mehr nötig. Wie hört sich das an?
Wetter, Boden und ihre Wechselwirkungen
Der Oktober bringt kühlere Nächte und mit Regen, Tau und den ersten Frösten wirkt sich das auf den Boden aus: Der Boden bleibt aufnahmefähig, solange er nicht verdichtet wird. Was jetzt auf ihm liegt, schützt ihn. Laub, Mulch und organisches Material wirken regulierend und bereiten den Winter vor.
Deswegen: Lass Dein Laub liegen, ich kann es nicht oft genug sagen! Für den Boden, für Insekten, für Deinen Rücken. Hier kannst Du gleich weiter lesen:
- Herbstlaub
- Warum der Rechen ein nachhaltiges Gerät ist
- Laubbläser im Garten
- Herbstlaub = Kosemtik für Deinen Garten
Der Garten zeigt im Oktober sehr deutlich, dass Wintervorbereitung nichts tun bedeuten kann.
Innere Haltung im Oktober-Garten
Der Oktober fühlt sich oft nach Loslassen an. Manchmal ist es ein bisschen wehmütig, manchmal ist es mit Erleichterung verbunden. Ja, Dinge dürfen enden, auch, wenn sie schön waren. Nicht alles muss ins nächste Jahr mitgenommen werden.
Der Garten macht vor, wie Übergabe funktioniert. Er zieht sich zurück und vertraut darauf, dass alles Wesentliche gespeichert ist. Diese Haltung kann entlastend sein. Man muss nicht mehr alles tragen. Was für ein Geschenk!
Garten-To-dos und Don’ts im Oktober
Was im Oktober sinnvoll möglich ist und was bewusst endet, findest Du in den Garten-To-dos im Oktober und den Garten-Don’ts im Oktober.
- Gärtnern im Jahresverlauf: Überblick und Zusammenhänge
- phänologischer Kalender: als fachliche Grundlage
- Garten-To-dos im Oktober
- Garten-Don’ts im Oktober

