Welche Garten-To-Dos warten im März auf und? Darum geht es in diesem Artikel.
Der März wird oft als Startpunkt verstanden: Mehr Licht, erste milde Tage, Bewegung in der Landschaft. Das Herz jubelt, weil die Sonne wieder kommt. Gleichzeitig bleibt der Boden kühl, Nächte sind frostgefährdet, und viele Prozesse laufen zeitversetzt. Genau darin liegt die Schwierigkeit dieses Monats.
Mit der Tag- und Nachtgleiche verändert sich das Licht grundlegend. Die Tage gewinnen deutlich an Länge und die Sonneneinstrahlung nimmt zu. Unsere Pflanzen reagieren darauf, aber nicht gleichmäßig: Das Wachstum setzt punktuell ein, weil es immer noch kalte Ecken gibt. Der März ist deshalb kein Monat für pauschale Entscheidungen, sondern für sauberes Timing. Ist leider so, wir arbeiten ja mit der Natur und nicht mit einem Fließband.
Wenn Du Deinen Garten und die wirkenden Faktoren gut einschätzen kannst, hast Du schon mal viel gewonnen!

To-do 1: Brut- und Setzzeit konsequent beachten
Ab dem 1. März gilt bundesweit die Brut- und Setzzeit.
Starke Eingriffe in Gehölze, Hecken und Sträucher sind ab diesem Zeitpunkt untersagt. Das ist keine Empfehlung, sondern geltendes Recht und sollte allein schon der Tierwelt zuliebe eingehalten werden!
Was das konkret bedeutet:
- keine radikalen Rückschnitte mehr
- keine Heckenverjüngung
- keine Fällarbeiten außerhalb genehmigter Ausnahmen
- vor jedem noch erlaubten Pflegeschnitt sorgfältige Kontrolle
To-do 2: Boden nur dort öffnen, wo er es zulässt
Im März entscheidet sich, welche Flächen früh nutzbar sind und welche später folgen. Diese Entscheidung trifft nicht der Kalender, sondern der Boden, beziehungsweise die Lage der Beete in Deinem Garten.
Was jetzt sinnvoll ist:
- Flächen nur betreten, wenn sie tragfähig sind
- schwere Böden ausschließlich lockern, nicht wenden
- kalte, nasse Bereiche konsequent ruhen lassen und Mulchschicht entfernen
- trockene, geschützte Beete bevorzugen
Bodenbearbeitung im März ist immer selektiv, alles andere führt zu Strukturverlust im Boden und das ist wenig förderlich für ein gesundes Wachstum.
To-do 3: Lichtverhältnisse bewusst einordnen
Der März bringt mehr Licht, aber nicht automatisch Wärme. Genau das kann zu Fehlentscheidungen führen. Beobachte also genau den Sonnenverlauf in Deinem Garten und schau ab und zu mal zu verschiedenen Tageszeiten auf das Thermometer, welche natürlich im Schatten hängt.
Was jetzt wichtig ist:
- sonnige Lagen von windgeschützten Lagen unterscheiden
- Südflächen anders behandeln als Nordlagen
- Anzuchtplätze nicht allein nach Helligkeit auswählen
- Temperaturverläufe über mehrere Tage beobachten
Mehr Licht beschleunigt Prozesse, macht sie aber auch störanfälliger, gerade, wenn die Temperatur nachts noch so kalt sein kann.
To-do 4: Nährstoffkreisläufe jetzt anschieben, nicht erzwingen
Der Boden beginnt wieder biologisch aktiv zu werden, das ist jedes Mal ein kleines Wunder und wir bekommen es gar nicht richtig mit. Das ist der Moment für sanfte Unterstützung, schließlich wollen wir ja was vom Boden: Gesundes Wachstum unserer Pflanzen.
Was jetzt sinnvoll ist:
- reifen Kompost oberflächlich ausbringen
- Baumscheiben versorgen, ohne einzuarbeiten
- Beete nach dem Auftrag abdecken
- keine mineralischen Schnellstarter einsetzen
Im März geht es also vor allem um Bodenaufbau und noch nicht um das große Wachstum. Das kommt, wenn der Bodenaufbau gute begleitet wurde.
To-do 5: Anzucht begrenzen und priorisieren
Der März verführt zur Überproduktion, das kennen wir alle, oder? Genau hier entstehen spätere Engpässe… zu wenig Platz, zu wenig Zeit für die Pflege, … und im blödsten Fall leiden die Pflanzen drunter, weil sie sich auf zu engem Raum nicht gut entfalten konnten.
Was jetzt geklärt werden sollte:
- Wie viele können Jungpflanzen realistisch gepflanzt werden?
- Welche Kulturen sind wirklich notwendig?
- Welche Kulturen kommen besser direkt ins Beet?
- Welche Kulturen dürfen später folgen?
Das nennt man schlicht und einfach: Planung.
To-do 6: Tierische Nutzung des Gartens respektieren
Viele Tiere nutzen den Garten im März intensiv: Nahrungssuche, Revierbildung und Brutvorbereitung laufen parallel und bringen Leben in den Garten.
Was jetzt wichtig ist:
- Rückzugsräume unangetastet lassen
- Wasserstellen bereitstellen
- Laub- und Reisighaufen nicht beseitigen
- Störungen vermeiden
Dann kann es im April noch so viel lebendiger werden!
To-do 7: Saatgut, Reihenfolge und Pausen festlegen
Der März ist der Monat, in dem Reihenfolge wichtiger ist als Menge. Ich sage das immer wieder, weil wir bei der Aussaat schnell in einen Aussaat-Wahn fallen können: Die Samen sind ja so miniklein…
Was jetzt sinnvoll ist:
- Saatgut sichten und priorisieren
- Aussaaten staffeln
- Pausen zwischen Kulturen einplanen
- nicht alles gleichzeitig beginnen
Gestaffelte Arbeit ist im März klingt logisch und ist immer noch ein Geheimtip, den Du später dankst.
To-do 8: Pflanzen jetzt vorbeugend stärken
Der März ist ein geeigneter Zeitpunkt für pflanzenstärkende Maßnahmen, weil sich der Stoffwechsel langsam aktiviert, Krankheiten aber oft noch nicht sichtbar sind. Brühen aus Ackerschachtelhalm oder Rainfarn wirken nicht als Dünger, sondern unterstützen die Widerstandskraft der Pflanzen und das Gleichgewicht auf den Blattoberflächen. Das ist zwar nicht wissenschaftlich erwiesen, funktioniert aber trotzdem.
Was jetzt sinnvoll ist:
- Beete und gefährdete Kulturen mit Ackerschachtelhalm- oder Rainfarnbrühe spritzen
- Anwendungen auf frostfreie Tage legen
- nicht in der prallen Sonne arbeiten
- regelmäßig, aber maßvoll einsetzen
Diese Form der Vorbeugung passt gut zum naturnahen Arbeiten: So stärken wir den Garten, bevor Probleme entstehen, und spätere Eingriffe reduziert. Man nennt das auch Prophylaxe.
To-do 9: Eigene Erwartungen bewusst wahrnehmen
Jetzt bist Du dran: Wie ungeduldig bist Du? Wie vorbereitet? Da Du die treibende Kraft im Garten bist, kommst Du an Dir selber nicht vorbei. Daher gibt es hier ein paar Fragen an Dich:
Hilfreiche Fragen:
- Was muss wirklich jetzt passieren?
- Was kann warten?
- Wo entsteht unnötiger Druck?
- Welche Entscheidungen dürfen später fallen?
Diese Klarheit ist oft die wichtigste Arbeit dieses Monats. Pass gut auf Dich und Deine Energie auf!
Konkrete Garten-To-dos im März nach Gartenbereichen geordnet
Diese Übersicht bündelt die gärtnerischen Arbeiten für den März, gegliedert nach Gartenbereichen. Sie hilft Dir, den Überblick zu behalten, ohne alles gleichzeitig machen zu müssen. Voraussetzung für alle Punkte ist ein begehbarer Boden und ein aufmerksamer Blick auf Wetter, Licht und Entwicklung.
Gemüsegarten im März
Säen
Alle Kulturen, die bereits im Februar möglich waren, können im März weiterhin ausgesät werden. Zusätzlich kommen jetzt dazu:
| Aussaatschalen / Vorkultur | Artischocke Lauch Rosenkohl Brokkoli |
| Frühbeet | Kopfsalat Endivie Rote Bete Kohlarten: Blumenkohl, Weißkohl, Rotkohl, Wirsing, Kohlrabi |
| Freiland (bei offenem, tragfähigem Boden) | Spinat Melde Mangold Dicke Bohnen Erbsen Möhren Pastinake Wurzelpetersilie Radieschen Schwarzwurzel Rettich Pflücksalat |
Pflanzen / Stecken
- Meerrettich
- Steckzwiebeln
- Knoblauch
Ernten
- letztes Wintergemüse
- Feldsalat
- Spinat
- Melde
- Meerrettich
Pflegen
- Pikieren der Februarsaaten
- Bodenlockerung mit der Grabegabel, nur bei geeigneter Bodenfeuchte
- Mulchschicht auf offenen Beeten ausbringen
- Behandlung der Beete mit Ackerschachtelhalmbrühe
Kräutergarten im März
Säen
| Aussaatkisten / Vorkultur | Basilikum Rosmarin Lavendel Ysop Wermut Thymian |
| Frühbeet | Borretsch Majoran Bohnenkraut Bergbohnenkraut |
| Freiland | Schnittlauch Kresse Petersilie Anis Kümmel Fenchel Liebstöckl Sauerampfer |
Ernten
- alles, was vom Vorjahr wieder austreibt:
- Schnittlauch
- Petersilie
- Brennnessel
- Löwenzahn
Obstgarten im März
Pflanzen
Erste Hauptpflanzzeit für:
- Obstbäume
- Beerensträucher:
- Johannisbeeren
- Stachelbeeren
- Himbeeren
- Brombeeren
- Jostabeeren
- Heidelbeeren
Pflegen & Schützen
- Leimringe gegen Schädlinge um die Stämme legen
- Spritzen mit Rainfarn- oder Ackerschachtelhalmbrühe
- Düngung mit reifem Kompost
Blumengarten im März
Säen
| Aussaatschalen | Sommerblumen einjährige Arten |
| Freiland | Wicke Löwenmäulchen Ringelblume |
Pflegen
- Stauden zurückschneiden
- Schnittgut liegen lassen oder auf den Kompot
- Dahlien/Knollenbegonien vortreiben
- Ziergehölze schneiden:
- Rispenhortensien
- Garten-Eibisch
- Ginster
- Buschmalven
- Rosen um etwa ein Drittel zurückschneiden, wenn die Bienen fliegen
- Immergrüne bei Trockenheit wässern:
- Rosmarin
- Eibe
- Lavendel
Garten für Tiere im März
Schutz & Rücksicht
- Brut- und Setzzeit ab 1. März beachten
- Gehölze vor jeder Maßnahme sorgfältig kontrollieren
- Rückzugsräume aus Laub, Reisig und Totholz belassen
Versorgung
- Wasserstellen regelmäßig kontrollieren
- Futterstellen sauber halten, falls noch genutzt
Weiter geht es zu den Garten-Don’ts im März
Das waren nun meine Hinweise, was du alles im Januar machen kannst. Es gibt aber auch einiges, was du bitte einfach nichts machst. Da diese Themen hier aber den Rahmen sprengen würden, gibt es dazu einen eigenen Blogartikel:
👉 Garten im April

