12 Garten-To-dos im August

Der August wird im Garten oft unterschätzt. Nach der Hochphase des Sommers wirkt vieles abgeschlossen, manches erschöpft, anderes überraschend vital. Genau darin liegt die Besonderheit dieses Monats. Der August ist kein Auslaufmodell des Sommers, sondern ein Übergangsmonat mit eigener Dynamik.

Phänologisch bewegen wir uns jetzt klar im Spätsommer. Die Hauptwachstumsphase vieler Pflanzen ist abgeschlossen, der Fokus verschiebt sich vom Aufbau hin zur Reife, zur Stabilisierung und zur Vorbereitung auf das, was folgt. Böden sind warm, oft trocken, teilweise ausgelaugt. Pflanzen reagieren sensibel auf Pflegefehler, gleichzeitig sind sie erstaunlich robust, wenn man ihre Bedürfnisse richtig einschätzt.

Der August verlangt keine neuen Großprojekte. Er fordert Aufmerksamkeit für das Bestehende. Viele Entscheidungen, die jetzt getroffen oder bewusst nicht getroffen werden, wirken bis in den Herbst hinein. Wer im August überpflegt, schwächt Strukturen. Wer ihn ignoriert, verschenkt wertvolle Möglichkeiten zur Stabilisierung.

Dieser Artikel bündelt die wichtigsten Garten-To-dos für den August. Er ist kein Erntekalender, keine Checkliste und kein Spätferienprogramm. Er ordnet ein, was jetzt wirklich relevant ist, warum bestimmte Arbeiten sinnvoll sind und wo Zurückhaltung die bessere Entscheidung bleibt. Die sorten- und bereichsspezifischen Aufgaben findest Du wie gewohnt im zweiten Teil.

Sonnenblume im Wiesenstrauß

To-do 1: Bestände bewusst beenden

Im August ist der Punkt erreicht, an dem nicht mehr jede Pflanze durchgezogen werden muss. Manche Kulturen haben ihren Zenit überschritten und kosten jetzt mehr Energie, als sie zurückgeben. Diese Entscheidung jetzt zu treffen, entlastet Boden, Wasserhaushalt und Deine Zeit.

Was jetzt wichtig ist:

  • ausgelaugte, krankheitsanfällige oder schwach tragende Kulturen entfernen
  • Fruchtgemüse mit stark nachlassender Qualität beenden
  • Pflanzen nicht aus Mitleid stehen lassen
  • frei werdende Flächen bewusst wahrnehmen
  • Pflanzenreste je nach Gesundheitszustand mulchen oder entfernen

Ein sauber beendeter Bestand schafft Klarheit und verhindert, dass Probleme in die nächste Saison getragen werden.

To-do 2: Flächen freigeben

Was jetzt frei wird, ist ein aktiver Teil der Saison. Entscheidend ist, ob diese Flächen regenerieren, weiter genutzt oder bewusst ruhen dürfen. Leere Beete sind Raum für die nächste Entscheidung.

Was jetzt wichtig ist:

  • abgeerntete Beete zeitnah räumen
  • entscheiden: Nachkultur, Gründüngung oder Ruhefläche
  • Bodenoberfläche schützen, nicht offen lassen
  • Beete markieren, die dieses Jahr nichts mehr tragen sollen
  • Übergänge zwischen genutzten und ruhenden Flächen klar halten

Diese Einordnung verhindert hektische Nachsaaten und sorgt für einen ruhigeren Herbst.

To-do 3: Saatgutträger auswählen und alles andere freigeben

Im August wird entschieden, welche Pflanzen Saatgut liefern dürfen. Nur kräftige, gesunde und sortentypische Pflanzen eignen sich dafür. Alles andere darf gehen.

Was jetzt wichtig ist:

  • wenige, starke Pflanzen bewusst auswählen
  • Saatgutträger markieren
  • diese Pflanzen nicht weiter beernten oder schneiden
  • ausreichend Wasser und Standfestigkeit sichern
  • Sortenreinheit im Blick behalten

Diese Auswahl spart später Zeit, Geld und Enttäuschung und stärkt die Anpassung an Deinen Standort.

To-do 4: Bodenregeneration einleiten statt weiter auszehren

Häufig ist der Boden vieler Beete müde. Hitze, Ernte und Wurzelaktivität haben Spuren hinterlassen. Jetzt geht es darum, den Ertrag weiter zu führen und dem Boden Substanz zurückzugeben, bevor er in den Herbst geht. Ja, Bodenaufbau beginnt immer früher, als man denkt.

Was jetzt wichtig ist:

  • abgeerntete Flächen sofort vor Austrocknung schützen
  • organische Substanz oberflächlich aufbringen
  • Boden nicht tief lockern oder wenden
  • Regenereignisse beobachten und nutzen
  • stark ausgelaugte Flächen gezielt kennzeichnen

Ein Boden, der im August versorgt wird, startet im Frühjahr deutlich stabiler.

To-do 5: Wasserpraxis umstellen und Gewohnheiten überprüfen

Der August eignet sich gut, um die eigene Gießroutine kritisch zu betrachten. Vieles, was im Juli noch notwendig war, fördert jetzt flaches Wurzelwachstum und Abhängigkeit. Pflanzen sollen sich langsam selbst versorgen können.

Was jetzt wichtig ist:

  • Gießintervalle verlängern, nicht abrupt stoppen
  • nur dort wässern, wo Pflanzen sichtbar reagieren
  • tief wurzelnde Kulturen bewusst weniger versorgen
  • Mulch als Wasserspeicher einsetzen
  • Regenperioden konsequent ausnutzen

Diese Umstellung macht Pflanzen widerstandsfähiger gegen Herbsttrockenheit und Winterstress.

To-do 6: Nachkulturen klar begrenzen

Achtung bei August-Aktionismus: Freie Beete, Saatgutreste und lange Tage suggerieren viele tausend Möglichkeiten. Doch wir steuern schon voll auf den Herbst zu!

Was jetzt wichtig ist:

  • nur robuste, standortangepasste Kulturen nachsäen
  • kleine Flächen gezielt nutzen
  • Boden- und Wasserkapazität realistisch einschätzen
  • Nachkulturen nicht als „Lückenfüller“ behandeln
  • rechtzeitig auf Überwinterung statt Ertrag setzen

To-do 7: Pflanzengesundheit nüchtern bewerten

Im August zeigt sich sehr deutlich, welche Pflanzen stabil sind und welche nur noch mitlaufen. Jetzt geht es nicht mehr darum, alles zu retten, sondern realistisch einzuschätzen, was sich bis in den Herbst trägt. Krankheiten, Schwächen und Stressreaktionen lassen sich jetzt gut erkennen.

Diese Einschätzung spart später viel Arbeit.

Was jetzt wichtig ist:

  • Bestände regelmäßig, aber gezielt kontrollieren
  • Pflanzen mit wiederkehrenden Krankheitsbildern aussortieren
  • befallenes Material konsequent entfernen
  • keine späten Experimente mit Düngung oder „Aufpäppeln“
  • gesunde Bestände bewusst stärken, nicht alles gleich behandeln

Der August ist kein Monat für kosmetische Eingriffe, sondern für ehrliche Bewertungen.

To-do 8: Gehölze und Stauden in Ruhe formen

Viele Gehölze und Stauden reagieren im August bereits auf kürzere Tage. Der Sommerschnitt an Gehölzen sollte beendet und Stauden für eine Herbstblüte bereits geschnitten worden sein. Pflege heißt hier vor allem: nicht eingreifen, wo es nicht nötig ist.

Was jetzt wichtig ist:

  • keine starken Rückschnitte an Gehölzen durchführen
  • Wasserversorgung bei Junggehölzen sichern
  • Standfestigkeit prüfen, nicht Form korrigieren
  • spätsommerliche Austriebe beobachten

To-do 9: Übergänge zum Herbst vorbereiten

Der August ist der Monat, in dem Herbstarbeit vorbereitet wird, ohne dass sie schon beginnt. Sichtbare Markierungen, klare Entscheidungen und geordnete Flächen erleichtern die kommenden Wochen enorm. Nicht alles muss jetzt erledigt sein, aber vieles kann schon geklärt werden.

Was jetzt wichtig ist:

  • Beete markieren, die im Herbst umgestaltet werden
  • Flächen für Pflanzungen oder Ruhe festlegen
  • Material und Mulchquellen einplanen
  • unnötige Doppelbelastungen vermeiden
  • Gartenstruktur übersichtlich halten

Diese Vorbereitung macht den Übergang ruhig und verhindert hektische Entscheidungen im September.

To-do 11: Mulchstrategien anpassen und vereinfachen

Im August verändert sich der Mulchbedarf. Während im Hochsommer Verdunstung im Vordergrund stand, geht es jetzt zunehmend um Bodenschutz und Struktur. Dicke Mulchschichten sind nicht überall sinnvoll, Mulch soll ja schützen, nicht ersticken.

Was jetzt wichtig ist:

  • Mulchschichten auf Dicke und Zustand prüfen
  • stark zersetztes Material erneuern oder ausgleichen
  • feuchte Bereiche nicht zusätzlich abdichten
  • offene Flächen gezielt locker abdecken
  • Mulchmaterial für den Herbst einplanen

To-do 12: Eigene Gartenstrategie für den Rest des Jahres

Was jetzt noch geplant wird, sollte realistisch sein. Alles andere verschiebt sich besser ins nächste Jahr. Diese Klarheit schützt vor Überforderung und halb fertigen Projekten. Und wieder heißt es: Nicht alles, was möglich ist, ist sinnvoll. Achte auf Deine Energie.

Was jetzt wichtig ist:

  • Projekte für Herbst und Winter priorisieren
  • bewusst entscheiden, was dieses Jahr nicht mehr umgesetzt wird
  • Gartenbereiche mit geringem Nutzen reduzieren
  • Pflegeaufwand realistisch einschätzen
  • den Garten nicht voller Aufgaben in den Herbst schicken

Konkrete Garten-To-dos im August nach Gartenbereichen geordnet

Diese Übersicht ergänzt den fachlichen Teil oben und hilft Dir, den August im Garten sinnvoll zu strukturieren. Sie ist nach Gartenbereichen gegliedert und bewusst nüchtern gehalten. Nicht alles muss gemacht werden – aber alles, was hier steht, hat jetzt einen guten Grund.

Gemüsegarten im August

Säen

  • Chinakohl
  • Pak Choi
  • Spinat
  • Radieschen
  • Mangold
  • Winterportulak
  • Winterrettich
  • Herbstrüben
  • Schnittsalat
  • Feldsalat
  • Winterzwiebeln
  • Winterheckenzwiebeln
  • überwinternde Kohlarten (z. B. Adventswirsing, Frühkohl, Delfter Spitzkohl)

Pflanzen

  • Spätkohlarten
  • Grünkohl
  • Chinakohl
  • Zuckerhut
  • Endivien
  • Eissalat
  • Kohlrabi
  • Steckzwiebeln (für Ernte im Folgejahr)

Pflegen

  • Bei Bedarf wässern
  • Beete nach der Ernte lockern
  • Gründüngung einsäen
  • Tomaten ausgeizen
  • Gipfeltrieb nach ca. sieben Fruchtständen ausbrechen
  • Tomaten auf Kraut- und Knollenfäule kontrollieren
  • Bei Bedarf mit Molke oder Zwiebelschalenextrakt spritzen
  • Ackerschachtelhalmbrühe zur Stärkung spritzen

Ernten

  • Erbsen
  • Buschbohnen
  • Stangenbohnen
  • Mangold
  • Rote Bete
  • Möhren
  • Zwiebeln
  • Knoblauch
  • Rettich
  • Kartoffeln
  • Blumenkohl
  • Brokkoli
  • frühe Rot- und Weißkohlsorten
  • Wirsing
  • Kohlrabi
  • Sommerradieschen
  • Sommersalate
  • Tomaten
  • Gurken
  • Zucchini
  • Kürbis
  • Paprika
  • Zuckermais

Kräutergarten im August

Säen

  • Schnittlauch
  • Liebstöckel
  • Petersilie
  • Kümmel
  • Löffelkraut
  • Thymian
  • Winterportulak

Pflanzen

  • Kräuterstauden pflanzen
  • Kräuterstauden teilen
  • Kräuterstauden verpflanzen

Pflegen

  • Abgeblühte Triebe zurückschneiden

Ernten

  • Blätter und junge Triebe fast aller Kräuter
  • Melisse nach der Blüte nicht mehr schneiden

Obstgarten im August

Pflanzen

  • Erdbeeren
  • Himbeeren

Pflegen

  • Beerensträucher mit Kompost versorgen
  • Johannisbeeren nach der Ernte auslichten
  • Stachelbeeren nach der Ernte auslichten
  • Himbeeren schneiden
  • Himbeeren mulchen
  • Sauerkirschen nach der Ernte schneiden
  • Bei Bedarf wässern
  • Stark behangene Äste abstützen
  • Fallobst aufsammeln

Ernten

  • Kulturheidelbeeren
  • späte Himbeeren
  • Brombeeren
  • Kirschen
  • Äpfel
  • Birnen
  • Pfirsiche
  • Mirabellen
  • Frühzwetschgen

Blumengarten im August

Säen

  • Stiefmütterchen
  • Gänseblümchen

Pflanzen

  • Stauden pflanzen
  • Stauden teilen
  • Stauden verpflanzen

Pflegen

  • Abgeblühte Stauden zurückschneiden
  • Sommerblumen zurückschneiden
  • Hochwachsende Pflanzen stützen

Garten für Tiere im August

Pflegen

  • Vogeltränken regelmäßig reinigen und auffüllen
  • Insektenbereiche nicht aufräumen
  • Samenstände an geeigneten Pflanzen stehen lassen
  • Fallobst gezielt liegen lassen
  • Versteckstrukturen erhalten

Weiter geht es zu den Garten-Don’ts im August

Das waren meine Hinweise zu den Arbeiten, die im August im Garten wirklich sinnvoll sind. Gleichzeitig ist der Hochsommer ein Monat, in dem man mit gutem Willen auch viel kaputtmachen kann durch falsches Schneiden, unnötiges Säen, übertriebene Pflege und im Endeffekt durch Unwissenheit.

Was Du im August besser sein lässt, habe ich deshalb in einem eigenen Artikel gesammelt:

👉 Garten-Don’ts im August

Wenn Du weiterdenken möchtest, findest Du hier außerdem den Übergang in den Spätsommer:

👉 Garten im September

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