Der November liegt phänologisch meist im Spätherbst: Laubfall, Nebel, kurze Tage und wenig Verdunstung prägen diesen Monat. Pflanzliches Wachstum spielt keine Rolle mehr, wohl aber Abbau, Rückzug und Struktur. Und wenn wir ehrlich sind, zählt das nicht nur in der Natur sondern auch im eigenen Leben.
Der November ist dafür da, um Prozesse zu Ende bringen. Endlich. Der Sommer war lang.
Was im November sinnvoll ist, findest Du in den Garten-To-dos im November.
Was jetzt besser unterlassen wird, liest Du hier.
Zur Einordnung:
- der phänologische Kalender hilft, den Zeitpunkt richtig zu lesen
- Gärtnern im Jahresverlauf zeigt, warum dieser Übergang wichtig ist

Don’t 1: Noppenfolie als Winterschutz verwenden
Noppenfolie isoliert zwar gegen Kälte, aber sie ist luftundurchlässig. Darunter staut sich Feuchtigkeit, so dass Pflanzen faulen können. Besonders problematisch ist das bei Gehölzen, Kübelpflanzen und Rosen.Das fördert Fäulnis, Pilzbefall und Schädlingsverstecke.
Besonders problematisch ist das bei:
- Kübelpflanzen
- Rosen
- jungen Gehölzen
Reisig, Laub, Jute oder Holzfaser schützen besser und arbeiten mit dem Klima statt dagegen.
Don’t 2: Im November düngen (auch „nur ein bisschen“)
Pflanzen nehmen jetzt keine Nährstoffe mehr auf. Auch organischer Dünger wirkt nicht, sondern wird ausgewaschen und ist im Frühjahr nicht zuverlässig verfügbar.
Das schadet:
- der Bodenstruktur
- dem Grundwasser
- dem natürlichen Jahresrhythmus
Gedüngt wird vor dem Austrieb, nicht nach dem Vegetationsende.
Don’t 3: Stauden bodentief schneiden, weil sie „eh tot aussehen“
Viele Stauden ziehen im November noch Nährstoffe ein. Das sieht nicht immer hübsch aus, vor allem, wenn wir daraus aus sind, was die Nachbarn denken könnten… (By the way: Ein gut angelegter, gepflegter Garten mit einheimischen Pflanzen steigert sogar den Wert einer Immobilie! Wertsteigerung durch attraktive Außenanlagen)
Die abgestorbenen Staudenteile schützen außerdem:
- das Herz der Pflanze
- den Boden vor Frost
- überwinternde Insekten
Der radikale Rückschnitt gehört überwiegend ins Frühjahr. Was jetzt stehen bleibt, ist kein Versäumnis, sondern Schutz.
Don’t 4: Boden offen liegen lassen
Blanker Boden ist im November extrem anfällig. Er verliert Struktur, trocknet bei Frostwinden aus und verschlämmt bei Regen.
- Verschlämmung durch Dauerregen
- Austrocknung durch Frostwinde
- Strukturverlust
Laub, Mulch, Pflanzenreste oder Gründüngung schützen jetzt mehr, als jede „Pflege“.
Don’t 5: Kübelpflanzen zu früh ins Warme holen
Der abrupte Wechsel von draußen nach warm schwächt Pflanzen massiv: So verlieren Kübelpflanzen ihre Kälteresistenz und reagieren später empfindlicher auf Temperaturschwankungen.
Eine gute Überwinterung braucht folgenden Platz:
- nicht wohnwarm
- wirklich kühl, dafür frostfrei
- hell
Don’t 6: Blumenzwiebeln einfach vergessen
Der November ist oft der Monat, in dem Blumenzwiebeln liegen bleiben: Im Schuppen oder in der Garage liegen dann die Säckchen, die beim letzten Einkauf dann doch noch mitgekommen sind. Nur hatten sie noch keinen richtigen Platz im Garten. Der Boden ist im November meist noch offen, feucht und gut bearbeitbar, also genau richtig für Blumenzwiebeln, die bis zum Frühjahr ankommen, aufquellen und Wurzeln bilden wollen.
Außerdem brauchen viele Frühjahrsblüher diese kalte Phase im Boden, um später überhaupt austreiben zu können. Also jetzt Narzissen, Tulpen, Krokusse & Co. in die Erde! Es ist ein bisschen wie den Frühling verstecken.
Es ist völlig in Ordnung, wenn der Garten jetzt langsam in den Hintergrund rückt. Wenn Du nicht jeden Tag hinausgehst. Wenn Du ihn aus dem Augenwinkel wahrnimmst oder ihn auch einfach mal vergisst. Dieses Vergessen ist total ok.
Der Garten braucht im November keine Begleitung.
Er braucht Raum.
Und vielleicht ist das fast das Beste, was wir ihm geben können:
Nicht eingreifen. Nicht optimieren. Nicht kontrollieren.
Einfach zulassen, dass er für eine Weile ohne uns auskommt. Im Frühjahr wird er sich melden. Ganz von selbst, wenn wir wieder Sehnsucht nach Grün, nach Leben haben.
Hier gibt es noch etwas zum Weiterlesen für Dich:
In diesem Sinne: Bleibe grün.wild.wunderbar!
Deine Gunhild
