Nach dem Januar wirkt der Februar auf den ersten Blick unspektakulär, irgendwas zwischen Grau und den ersten wärmlichen Sonnenstrahlen. Im Februar beginnt bei manchen schon dieses Kribbeln in den Fingern: Die Tage werden länger, das Licht verändert sich spürbar, und mit ihm steigt die innere Unruhe.. da muss es doch schon was zu gärtnern geben! Der Garten dagegen wirkt immer noch ruhig, ist aber nicht mehr tot. Hier und da schauen schon die ersten Frühlingsboten aus der Erde

Darum geht es in diesem Artikel: Der Februar ist noch kein richtiger Startmonat, aber auch auf keinen Fall mehr reiner Stillstand. Er liegt dazwischen und braucht eine andere Aufmerksamkeit als der Januar.

Gras als Insektenhochaus

Der Februar im phänologischen Kontext

Phänologisch betrachtet gehört der Februar noch zur Winterruhe auch wenn er mit seinem botanischen Erscheinungsbild häufig den Vorfrühling einläutet. Dabei orientieren wir uns am phänologischen Kalender. Dieser Kalender orientiert sich an den Gehölze, welche sich weiterhin in der Knospenruhe befinden, denn der Stoffwechsel läuft sehr langsam und sichtbares Wachstum bleibt die Ausnahme. Gleichzeitig beginnt sich im Hintergrund etwas zu verändern: Die Tageslänge nimmt deutlich zu, und das wirkt auf Pflanzen, Bodenorganismen und auch auf uns.

Der Februar ist dem phänologischen Vorfrühling zugeordnet.

Der Garten ist allerdings noch nicht auf Loslegen und Wachstum eingestellt. Wie sagt man so schön: Die Natur steht in den Startlöchern und wartet auf noch ein paar mehr Sonnenstrahlen, ein paar Grad mehr Wärme und das Wegschmilzen des Eises. Einzelne milde Tage oder sonnige Phasen täuschen leicht darüber hinweg. Entscheidend ist nicht das Wetter eines Wochenendes, sondern der Gesamtzustand der Vegetation.

Der Februar ist ein Übergangsmonat

Mit dem Februar im Garten zeigt sich oft der Wunsch, endlich loszulegen. Genau hier entstehen viele unnötige Fehler. Gartenarbeit orientiert sich sinnvollerweise am aktiven Stoffwechsel der Pflanzen. Und der ist im Februar noch nicht zuverlässig in Gang.

Schnittmaßnahmen, Bodenbearbeitung oder frühe Aussaat wirken in dieser Phase häufig verfrüht. Wundheilung, Nährstoffaufnahme und Regeneration laufen noch nicht stabil. Gleichzeitig ist der Boden vielerorts empfindlich gegenüber Verdichtung, besonders bei Tauwetter.

Der Februar ist kein Monat für „schon mal ein bisschen “, sondern für Abwägen zwischen ganz oder gar nicht.

Beobachten mit wachem Blick

Im Februar verändert sich vor allem der Blick auf auf den Garten: Strukturen, die im Januar einfach da waren, beginnen jetzt Fragen aufzuwerfen. Wo wird es zuerst warm? Wo bleibt es lange kalt? Welche Gehölze reagieren früh, welche bleiben zuverlässig ruhig? Wo kann ich schon loslegen? Wo ist einfach noch Winter?

Auch der Boden zeigt jetzt deutlicher, wo Staunässe entsteht, wo Wasser abläuft und wo sich Problemstellen halten. Diese Beobachtungen sind wertvoll, gerade weil sie ohne Eingriff entstehen und den Weg vorgeben, wie es in den nächsten Monaten weiter geht.

Planen und den Korkussen beim Blühen zusehen: Hallo, Vorfrühling.

Im Februar wird aus ruhigem Beobachten ein vorausschauendes Beobachten, welches ins Planen übergeht. Jetzt macht es auf jeden Fall Sinn, sich die Unterlagen vorzunehmen und in die Planung einzusteigen. Manches braucht ja ein wenig Vorbereitung.

Licht, Wetter und erste Spannungen

Das zunehmende Licht ist der prägende Faktor dieses Monats. Es beeinflusst Knospen, Bodenleben und unser eigenes Empfinden. Gleichzeitig bleibt das Wetter wechselhaft. Wind, feuchte Böden und auch Regen gehören weiterhin zum Alltag und wir hoffen jetzt einfach, dass das Frühjahr nicht wieder so unglaublich trocken wird!

Diese Spannungen machen den Februar anspruchsvoll. Maßnahmen, die an einem milden Tag sinnvoll erscheinen, können wenige Tage später problematisch werden. Schutz bleibt wichtiger die wichtigste Pflege und Ruhe bleibt die wichtigste Aktion. Damit zeigt der Februar sehr deutlich, dass Gärtnern nicht nach Abrisskalender funktioniert.

Der Februar-Garten im Inneren

Im Februar dürfen wir uns in Zurückhaltung trotz aufkommender Energie üben, vor allem, wenn es um Tätigkeiten draußen im Garten geht. Vielleicht merkst Du selbst, dass Du wieder mehr planen willst, mehr denken, mehr vorbereiten. Und das kannst Du auch sehr gerne machen: Im Februar startet häufig die Indoor-Anzucht von Gemüse und Blumenpflanzen.

Das ist völlig in Ordnung und Vorfreude ist schließlich die schönste Freude. Wenn Du allerdings noch ruhig machen möchtest, ist das auch total gut. Bei mir beginnt die Aussaat erst Mitte/Ende März. So viel Zeit haben wir und Paprika gibt es bei uns einfach nicht.

Einordnung im Jahresverlauf

Etwas unbemerkt läuetet der Februar den Vorfrühling ein. Während der Januar noch in totaler Ruhe vor sich hin ruht, starten im Februar die ersten Bewegung.

Was es alles genau zu tun und eben nicht zu tun gibt, findest Du in den Garten-To-dos im Februar und den Garten-Don’ts im Februar.

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In diesem Sinne: Viel Freude beim Vorfreuen!

Gunhild

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