Regenmodule – Regenbänke

Ich habe auf der Urban Utopia Conferenz zwei Frauen kennengelernt, die etwas gebaut haben, über das ich einfach noch nie nachgedacht habe: eine Bank, die Regen sammelt. Also wirklich – eine Bank zum Sitzen, die unter ihrer Oberfläche Regenwasser speichert. Für Bäume, für verdurstende Straßenpflanzungen, für Zeiten, in denen Stadtgrün einfach nicht mehr mitkommt. Überall wird ja von der Schwammstadt gesprochen. Kitty und Rhea setzen es einfach um.

Und das Großartige daran: Es ist kein Plastikfass, das irgendwo halbhässlich in einer Ecke steht und so tut als sei es hübsch. Die Bänke sind einfach schön. Schlicht und schön aus Douglasie, das so ganz nebenbei auch noch funktioniert. Macht also Sinn.

Wer dahinter steckt

Rhea und Kitty heißen die beiden, die hinter regenmodule stehen. Und was mich gleich beim ersten Gespräch beeindruckt hat, war diese ruhige Art, mit der Rhea über das Projekt gesprochen hat. Keine PR-Phrasen, kein Aufschneiden, kein Aktivismus-Getöse. Sondern einfach ein Mensch, der etwas Sinnvolles macht – und weiß, dass es sinnvoll ist. Das finde ich wohltuend.

Die Regenbänke, oder korrekt: Regenmodule, bestehen aus heimischer Douglasie. Sie vergrauen mit der Zeit, die Konstruktion ist modular, rückbaubar, vandalismussicher – was leider notwendig ist, denn ja, es gibt Menschen, die kaputt machen, was ihnen nicht gehört und Freude daran haben. Irre. Und trotzdem: Alles daran ist auf Langlebigkeit und Kreislauf gedacht. Kein Wegwerfprodukt, keine schnelle Lösung. Sondern ein System.

Was das mit meinem Garten zu tun hat

Vielleicht fragst Du Dich, warum ich auf meinem Gartenblog über Stadtmöbel schreibe. Ganz einfach: Weil ich in diesen Modulen eine Idee sehe, die auch in den Garten gehört. (Und weil diese Baumsäcke einfach maximal hässlich sind.)

Wie oft wünschen sich meine Kund:innen eine Sitzgelegenheit am Haus – und gleichzeitig stellt sich die Frage, wohin mit dem Regenfass? Da haben wir auf begrenztem Raum einen Konflikt, weil auch nicht jeder eine Zisterne bauen kann. Was also, wenn beides eins wäre? Ich habe sofort drei, vier Gärten vor Augen, in denen genau so eine Lösung wunderbar passen würde. Ästhetisch, funktional, durchdacht.

Leider gibt es die Module noch nicht für den Privatgebrauch, aber Rhea meinte, sie arbeiten daran. Und das freut mich. Jetzt stehen diese Bänke erst einmal in der Stadt, genauer gesagt in Stuttgart.

Stadt und Garten: kein Gegensatz

Was mich an den Regenmodulen fasziniert, ist nicht nur die Technik oder das Material. Es ist diese Idee, dass eine Stadt nicht steril sein muss. Dass Wassermanagement auch umsetzbar ist. Und auch, dass eine Bank eben nicht nur zum Sitzen da ist.

Denn wenn:

  • Wasser gespeichtert wird, können Pflanzen versorgt werden.
  • Pflanzen versorgt werden und wachsen können, können sie Hitze abmildern.
  • Hitze abgemildert wird, ist weiterhin angenehmens Leben möglich.

Das ist genau der Gedanke, den ich auch in meinen Beratungen weitergebe: Kein Garten lebt für sich allein. Kein Beet steht isoliert. Alles hängt zusammen. Und genau so ist es auch mit unseren Städten. Wenn wir wirklich klimaresilient leben wollen, dann reicht es nicht, einen Baum zu pflanzen oder ein Bienenblumenbeet anzulegen. Wir müssen dafür sorgen, dass Überleben möglich ist.

Tolle Idee

Ich schreibe diesen Artikel, weil ich glaube, dass solche Projekte mehr Sichtbarkeit brauchen. Nicht als Trend, sondern als neue Normalität. Ich wünsche mir Städte, in denen solche Bänke selbstverständlich sind. Plätze, auf denen Menschen sitzen, während unter ihnen das Wasser für den nächsten trockenen Tag gespeichert wird. Ich wünsche mir mutige Entscheider:innen, die nicht nur über Klimaanpassung sprechen, sondern auch handeln.

Und ich wünsche mir, dass wir auch im Garten mutiger denken. Dass wir Lösungen nicht nur funktional sehen oder aus dem Katalog greifen und uns auf gestalterisch neue Wege begeben. Dass wir zulassen, dass etwas gleichzeitig praktisch und schön sein darf.

Ich schicke diese Idee an alle kreativen Köpfe, auch von der Deutschen Gartenakademie. Manche kümmern sich um Gärten, manche kümmern sich um Städte.

Mach es Dir gemütlich auf der Regenbank

Ich weiß nicht, ob diese Regenmodule Städte retten werden. Aber ich weiß, dass sie etwas in Bewegung bringen. Und manchmal reicht das schon.

Wenn Du auch das Gefühl hast, dass sich in der Stadt und im Garten etwas ändern muss – dann sieh Dir das ruhig mal an. Vielleicht sitzt Du demnächst auf einer Bank, die es Dir gemütlich macht – und Wasser speichert.

Und falls Du gerade an Deinem Garten tüftelst und nicht weiter weißt: Vielleicht beginnt genau jetzt die nächste gute Idee.

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