9 Garten-Todos im Juni

Der Monat der Vorfülle. In den social media überhäufen sich die Bilder der ersten Ernten: Radieschen, Gurken, Salat, Erdbeeren stehen auf dem Program. Damit es auch lecker weiter geht, kommt hier mein monatlicher Leitfaden für den wunderbaren Sommermonat Juni. Der Juni liegt phänologisch im Übergang vom Vollfrühling in den Frühsommer. Holunder und Robinie blühen, viele Stauden stehen in voller Entwicklung, Gemüsebestände schließen ihre Reihen. Der Boden ist nun durchwärmt, das Bodenleben arbeitet auf Hochtouren, und das vegetative Wachstum erreicht seinen Höhepunkt.

Gleichzeitig verschiebt sich im Juni der Schwerpunkt der Gartenarbeit. Aussaat und Pflanzung treten in den Hintergrund, während Pflege, Regulierung und Stabilisierung wichtiger werden. Wasser, Nährstoffverfügbarkeit und Luftführung entscheiden jetzt darüber, ob Pflanzen gesund weiterwachsen oder unter Stress geraten. Fehler aus dem Juni zeigen sich oft erst Wochen später – dann lassen sie sich kaum noch korrigieren.

Leitfaden durch den Juni

iehe, wann was zu machen ist. Dabei ist jeder Gartenbereich in

  • Aussaat/Pflanzen
  • Pflege
  • Ernte und
  • Allgemeine Arbeite aufgeteilt.

Für Dich ist sicher auch was dabei! Natürlich freue ich mich über Ergänzungen: Dafür kannst Du unter dem Beitrag in einem Kommentar mit Deiner Idee zum Wachstum der Sammlung beitragen. Viel Freude mit dem Juni-Überblick!

Sommer pur mit Mohn

To-do 1: Wasserführung und Bodenfeuchte jetzt aktiv steuern

Im Juni kippt der Garten oft schneller in Trockenstress, als man es wahrnimmt. Die Tage werden länger, die Verdunstung steigt deutlich, während viele Böden noch nicht ausreichend beschattet sind. Jetzt entscheidet sich, ob Pflanzen tief wurzeln dürfen oder früh in Stress geraten. Gießen ist im Juni keine Routinearbeit, sondern eine bewusste Steuerungsfrage.

Was jetzt wichtig ist:

  • Bodenfeuchte regelmäßig prüfen
  • lieber seltener und durchdringend gießen statt häufig oberflächlich
  • frisch gepflanzte Kulturen gezielt versorgen, etablierte Pflanzen nicht „verwöhnen“
  • morgens abends, damit Wasser im Boden ankommt und nicht verdunstet
  • Regenereignisse nutzen und speichern

Wer jetzt richtig gießt, fördert tiefes Wurzelwachstum und macht den Garten deutlich robuster für den Hochsommer.

To-do 2: Mulch gezielt einsetzen, nicht flächig verteilen

Im Juni beginnt die Phase, in der offene Böden schnell austrocknen und dann biologisch abbauen. Mulch wirkt jetzt nicht als Dekoration, sondern als Regulierung von Temperatur, Feuchte und Bodenleben. Entscheidend ist, wo, womit und in welcher Stärke gemulcht wird. Ein pauschales „alles abdecken“ kann dagegen auch zu Problemen führen.

Was jetzt wichtig ist:

  • nur auf belebten, warmen Böden mulchen, nicht auf kalten oder nassen Flächen
  • Mulchmaterial anpassen: feines Material für Jungpflanzen, groberes für etablierte Kulturen
  • Mulch nicht direkt an Stängel oder Kronen legen
  • Beete mit Sommergemüse priorisieren, nicht Wege oder Randflächen
  • Mulchschicht regelmäßig kontrollieren und bei Verdichtung auflockern

Richtig eingesetzt stabilisiert Mulch den Wasserhaushalt und entlastet die Pflege deutlich. Im Juni legt man damit die Grundlage für einen ruhigen Juli, ohne ständig mit Gießkanne oder Hacke nachregulieren zu müssen.

To-do 3: Beikraut regulieren, solange es noch steuerbar ist

Im Juni wächst nicht nur das Kulturpflanzen-Ensemble, es wächst einfach alles, was sich freie Flächen sucht. Jetzt ist der Moment, in dem Beikraut noch zart, gut lösbar und steuerbar ist. Wer hier wartet, arbeitet später gegen verholzte Wurzeln und ausgereifte Samen. Ja, diesmal geht es wirklich um Kontrolle.

Was jetzt wichtig ist:

  • Beikraut frühzeitig entfernen, bevor es in Samen geht
  • flach arbeiten, nicht graben oder wenden
  • bevorzugt nach Regen oder am frühen Morgen regulieren
  • Beikraut als Mulch liegen lassen, wenn keine Samen vorhanden sind
  • Wurzelunkräuter konsequent Blätter entfernen

Eine ruhige Beikrautregulierung im Juni spart viel Kraft im Hochsommer. Gleichzeitig bleibt der Boden offen für Luft, Wasser und Wärme, ohne dass er ungeschützt bleibt.

To-do 4: Pflanzen jetzt gezielt mit Jauchen und Brühen stärken

Im Juni wächst vieles schnell, aber nicht alles stabil. Hohe Temperaturen, wechselnde Wasserversorgung und erste Schaderreger fordern die Pflanzen gleichzeitig. Jetzt geht es um Dünger im klassischen Sinn und gleichzeitig um Stärkung der Zellstruktur und des Stoffwechsels. Jauchen und Brühen wirken vorbeugend, nicht reparierend.

Was jetzt wichtig ist:

  • Brennnesseljauche verdünnt einsetzen, vor allem bei Starkzehrern
  • Ackerschachtelhalm- oder Rainfarnbrühe spritzen, um Pilzdruck vorzubeugen
  • Behandlungen morgens oder abends durchführen, nicht in der Mittagshitze
  • gleichmäßig benetzen, nicht tropfnass spritzen
  • Pflanzen beobachten und nur dort stärken, wo es sinnvoll ist

Diese Maßnahmen erhöhen die Widerstandskraft der Pflanzen, ohne das Bodenleben aus dem Gleichgewicht zu bringen. Wer jetzt stabilisiert, muss später weniger eingreifen und reagiert nicht erst, wenn Schäden sichtbar sind.

To-do 5: Fruchtansatz sichern und Pflanzen entlasten

Bei vielen Kulturen entscheidet der Juni, wie viel sie tatsächlich tragen können: Blüte, Fruchtansatz und erstes Wachstum laufen parallel und kosten Kraft. Nicht jede Pflanze profitiert davon, alles gleichzeitig zu versorgen. Jetzt geht es darum, gezielt zu entlasten, statt später mit Mangelerscheinungen zu kämpfen.

Was jetzt wichtig ist:

  • Fruchtansatz bei Gemüse und Obst beobachten und realistisch einschätzen
  • überzählige Früchte oder Triebe bei Bedarf auslichten
  • stark tragende Pflanzen stabilisieren oder anbinden
  • gleichmäßige Wasserversorgung sicherstellen, um Abwurf zu vermeiden
  • Stressfaktoren wie Trockenheit oder Nährstoffmangel früh erkennen

Wer im Juni reguliert, fördert Qualität statt Masse. Das entlastet die Pflanzen, verlängert die Erntephase und sorgt für gleichmäßigeres Wachstum bis in den Sommer hinein.

To-do 6: Pflanzen jetzt führen, stützen und ordnen

Im Juni wachsen viele Kulturen sichtbar in die Höhe und in die Breite. Was jetzt nicht geführt wird, kippt, bricht oder liegt später unkontrolliert auf dem Boden. Es geht dabei auch ein bisschen um Ordnung fürs Auge und vor allem um Licht, Luft und Zugänglichkeit. Eine klare Struktur erleichtert Pflege, Ernte und Krankheitsprophylaxe.

Was jetzt wichtig ist:

  • rankende und hohe Pflanzen rechtzeitig anbinden oder leiten
  • Stützen setzen, bevor Pflanzen umfallen
  • Triebe so führen, dass Licht und Luft ins Pflanzeninnere kommen
  • Pflanzenabstände prüfen und Engstellen entschärfen
  • Hilfsmittel stabil und bodenschonend platzieren

Was im Juni sauber geführt ist, bleibt den Sommer über handhabbar. Spätere Korrekturen kosten mehr Zeit und verursachen oft unnötige Schäden an Pflanzen und Boden.

To-do 7: Boden jetzt dauerhaft beschatten und beleben

Im Juni steigt die Bodentemperatur deutlich an, das bedeutet, unbedeckte Flächen verlieren schnell Feuchtigkeit und biologische Aktivität. Ziel ist es jetzt, den Boden vor direkter Sonneneinstrahlung zu schützen und gleichzeitig das Bodenleben zu fördern. Das ist eine der wichtigsten Stellschrauben für einen stabilen Sommergarten.

Was jetzt wichtig ist:

  • offene Bodenstellen gezielt schließen
  • lebende Bodenbedeckung bevorzugen, wo es möglich ist
  • Mulchschichten locker halten, damit Luft und Wasser durchkommen
  • Boden nicht mehr unnötig freilegen oder bearbeiten
  • beobachten, wo der Boden besonders schnell austrocknet

Ein beschatteter Boden bleibt länger feucht, kühler und biologisch aktiv. Wer das im Juni ernst nimmt, reduziert Stress für Pflanzen und sich selbst deutlich.

To-do 8: Erste Ernten bewusst steuern und Lücken sinnvoll nutzen

Jetzt beginnt auch die Zeit, in der Ernten und Weiterkultivieren parallel laufen. Beete leeren sich stellenweise, andere Kulturen stehen noch voll im Saft. Jetzt entscheidet sich, ob Lücken ungenutzt bleiben oder sinnvoll weitergeführt werden. Ernten ist im Juni kein Abschluss, sondern Teil der Flächensteuerung.

Was jetzt wichtig ist:

  • regelmäßig ernten, damit Pflanzen weiter nachschieben
  • frei werdende Flächen nicht offen lassen
  • Folgekulturen oder Zwischenpflanzungen rechtzeitig einplanen
  • Beete nach der Ernte flach lockern und abdecken
  • Nährstoffbedarf der nachfolgenden Pflanzen berücksichtigen

Wer Ernte und Weiterkultur zusammendenkt, hält den Garten im Fluss. Das verhindert Bodenauszehrung und sorgt für gleichmäßige Nutzung bis in den Herbst hinein.

To-do 9: Mulchführung an Sommerbedingungen anpassen

Im Juni verändern sich Temperatur, Verdunstung und Bodenaktivität deutlich. Mulch ist jetzt kein pauschender Schutz mehr, sondern ein Werkzeug, das angepasst werden muss. Zu viel Material kann Böden abkühlen oder Schnecken fördern, zu wenig lässt sie austrocknen. Entscheidend ist, wie dein Boden gerade arbeitet.

Was jetzt wichtig ist:

  • Mulchschichten prüfen und bei Bedarf ausdünnen
  • frisches, grobes Material nur auf ausreichend warmen Böden einsetzen
  • feine Mulchmaterialien sparsam verwenden
  • Beete mit Jungpflanzen besonders differenziert behandeln
  • Mulch immer bodennah auflegen, nicht an Stängel oder Triebe schieben

Eine angepasste Mulchführung stabilisiert den Wasserhaushalt und schützt das Bodenleben, ohne Wachstumsprozesse auszubremsen. Im Juni geht es um Balance, nicht um maximale Abdeckung.

Konkrete Garten-To-dos im Juni nach Gartenbereichen geordnet

Diese Übersicht ergänzt den fachlichen Teil oben. Sie ist bewusst knapp gehalten und nach Gartenbereichen gegliedert. Nicht alles muss gemacht werden – aber alles hier passt jetzt zur Pflanzenentwicklung, zum Boden und zur Jahreszeit.

Gemüsegarten im Juni

Säen

  • Rote Bete
  • Busch- und Stangenbohnen
  • späte Möhren
  • Winterrettich
  • Knollenfenchel
  • Winterendivien
  • Herbstkohlrabi
  • Sommer- und späte Radieschen

Pflanzen

  • alle Spätkohlarten
  • Erdkohlrabi (Steckrüben)
  • Kopfsalat (Sommersorten)
  • Endivien
  • Zucchini
  • Lauch
  • Gurken

Ernten

  • Rhabarber (bis spätestens 24. Juni)
  • Spargel (bis 24. Juni)
  • Radieschen
  • Kopfsalat, Schnittsalate
  • Erbsen
  • Frühkohl (z. B. Spitzkohl)
  • Frühkohlrabi
  • Frühmöhren
  • Mangold
  • Spinat

Pflegen

  • für dauerhafte Bodenbedeckung sorgen
  • bei Bedarf hacken
  • in Trockenperioden gezielt gießen
  • Kohlpflanzen anhäufeln
  • Tomaten ausgeizen
  • Pflanzenjauchen ansetzen
  • etwa alle zwei Wochen mit 1 : 20 verdünnter Brennnesseljauche gießen

Kräutergarten im Juni

Säen

  • Bohnenkraut
  • Fenchel
  • Dill
  • Kresse
  • Kapuzinerkresse
  • Königskerze

Pflanzen

  • Basilikum
  • ältere Stauden teilen und neu pflanzen

Ernten

  • Blätter und Triebe von
    • Pfefferminze
    • Zitronenmelisse
    • Salbei
    • Spitzwegerich
    • Bergbohnenkraut
    • Basilikum
    • Rosmarin
    • Thymian
  • jeweils vor der Blüte
  • Blüten von
    • Borretsch
    • Kamille (für Tee und Blütenmischungen)

Pflegen

  • Unkraut jäten
  • neu gepflanzte und junge Kräuter regelmäßig gießen
  • Boden um Pfefferminze feucht halten (Erdflöhe vermeiden)

Obstgarten im Juni

Ernten

  • Erdbeeren
  • rote und weiße Johannisbeeren
  • frühe Kirschen

Pflegen

  • Sommerschnitt an Obstgehölzen durchführen
  • im Frühjahr gepflanzte Jungbäume ausreichend wässern
  • Erdbeeren mit Stroh mulchen
  • Spritzungen mit Rhabarberblätterjauche gegen Blattläuse
  • Mehltautriebe an Apfelbäumen entfernen
  • vorbeugend mit Ackerschachtelhalmbrühe spritzen

Blumengarten im Juni

Säen

  • Goldlack
  • Fingerhut
  • Glockenblumen
  • Gänseblümchen
  • Vergissmeinnicht
  • Bartnelken

Pflanzen

  • Sommerblumen wie
    • Tagetes
    • Levkojen
    • Ziertabak
    • Petunien
    • Löwenmäulchen

Pflegen

  • verblühte Stauden zurückschneiden
  • hohe Stauden stützen
  • Rosen regelmäßig ausputzen
  • vorbeugend mit Ackerschachtelhalmbrühe gegen Mehltau spritzen

Garten für Tiere im Juni

Pflegen

  • Wasserstellen täglich kontrollieren und sauber halten, besonders bei Hitze
  • Flache Tränken mit Ausstiegshilfen für Insekten bereitstellen
  • Totholz, Steinhaufen und Altgrasbereiche ungestört lassen

Schützen

  • Nistplätze von Vögeln, Igeln und Wildbienen nicht verändern oder freiräumen
  • Bei Mahd Randstreifen und Blühinseln stehen lassen
  • Auf den Einsatz von Netzen, Klebefallen oder chemischen Mitteln verzichten

Beobachten

  • Jungvögel und Jungtiere aus der Distanz beobachten, nicht eingreifen
  • Auffällige Ruhebereiche im Garten merken und in den nächsten Wochen meiden

Weiter geht es zu den Garten-Don’ts im Juni

Das waren meine Hinweise, was im Juni im Garten sinnvoll und gut verträglich ist. Gerade jetzt passiert viel gleichzeitig: Wachstum, Blüte, erste Ernten. Umso wichtiger ist es, nicht aus Routine oder Ungeduld zu handeln.

Welche Arbeiten Du im Juni besser unterlässt, habe ich deshalb separat zusammengefasst:

👉 Garten-Don’ts im Juni

👉 Ergänzungen zu den Todos im Junigarten

👉 Weiter geht es mit dem Juli im Garten

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