Der Monat der Wonne

Der Mai fühlt sich weit an. Der Garten ist grün, vieles steht in Blatt, manches blüht bereits üppig. Die Tage sind lang, die Abende mild, und es entsteht dieses typische Mai-Gefühl und damit die Lust, draußen zu sein und Dinge voranzubringen. Der Garten wirkt einladend und offen. Hallo, Leben!

Gleichzeitig beginnt im Mai eine neue Phase. Wir gehen ab jetzt Verbindlichkeiten ein: Was gesät wurde, wird jetzt gepflanzt, was schon da war, wird jetzt begleitet und Deine Entscheidungen aus dem Frühjahr zeigen Wirkung.

Kornblumenglück mit Mohnblüten

Der Mai im phänologischen Kontext

Phänologisch liegt der Mai im Vollfrühling. Die meisten Obstgehölze stehen nach und in Blüte oder haben bereits angesetzt, Laubgehölze sind weitgehend ausgetrieben, Stauden und Wildkräuter entwickeln sich zügig. Der Stoffwechsel der Pflanzen ist aktiv und vergleichsweise stabil.

Durch die Sonneneinstrahlung hat sich Boden nach und nach erwärmt und somit laufen die mikrobiologische Prozesse deutlich schneller. Gleichzeitig können regionale Unterschiede weiterhin groß sein. In manchen Lagen bleibt die Frostgefahr bis in die zweite Maihälfte präsent. Es lohnt sich auf jeden Fall ein Blick in die Wetter-App, wer weiß, wie prägnant in diesem Jahr die Eisheilge werden.

Wenn der Garten plötzlich „fertig“ wirkt

Im Mai entsteht leicht der Eindruck, man sei spät dran: Die Gartencenter quellen über und wir haben so Lust auf Lebe, Farben, Düfte! Auf Social Media wird schon kräftig geteilt, wie weit der Garten ist. Allerdings bauen sich jetzt gerade erst die Wurzelsysteme auf, die Böden sind nicht überall gleich warm und damit sind Wasser und Nährstoffe ungleichmäßig verfügbar.

Gerade junge Pflanzen reagieren jetzt sensibel. Der Mai ist ein aktiver Wachstumsmonat. Er steht für Entfaltung, Aufbau und zunehmende Stabilität. Jetzt formt sich das Gartenjahr sichtbar. Vieles, was jetzt geschieht, prägt den weiteren Verlauf der Saison. Der Mai verlangt Klarheit und ein gutes Gespür für Maß. Und wenn Du etwas nicht gesät hast, kann es jetzt gut zugekauft werden.

Boden, Wasser und Tempo

Der Mai ist geprägt von milden Temperaturen, intensiver Sonneneinstrahlung und einer raschen Entwicklung der Vegetation. Gleichzeitig bleiben die Eisheiligen ein Thema, besonders für empfindliche Pflanzen.

Die Bedingungen wirken oft günstiger, als sie tatsächlich sind. Jungpflanzen wachsen schnell, reagieren aber sensibel auf Kälteeinbrüche, Wind und starke Temperaturschwankungen. Der Mai lädt dazu ein, vieles umzusetzen. Zugleich fordert er Aufmerksamkeit für das, was Schutz braucht und was bereits selbstständig zurechtkommt.

Die Verdunstung steigt deutlich an, besonders bei Wind. Gleichzeitig sind tiefere Bodenschichten oft noch kühl und gut versorgt. Jetzt zeigt sich sehr klar, dass Gießen allein kein Lösungsweg ist. Bodenbedeckung, Beschattung und eine ruhige Oberfläche stabilisieren das System. Offene Böden geraten schnell unter Stress. Informiere Dich auf jeden Fall über das wichtige Thema Mulchen!

Beobachten und lenken

Im Mai lohnt sich der Blick auf Zusammenhänge.

  • Welche Pflanzen setzen sich gut durch?
  • Wo entsteht Konkurrenz?
  • Wo zeigen sich erste Ungleichgewichte?

Auch Wasserverteilung, Bodenfeuchte und Beschattung lassen sich jetzt gut einschätzen. Diese Beobachtungen sind Grundlage für sinnvolle Entscheidungen im weiteren Verlauf und mit kleine Anpassungen kannst Du den Garten gut begleiten.

Was dieser Monat mit uns macht

Der Mai weckt Freude. Viele empfinden ihn als den schönsten Gartenmonat, weil sich Arbeit und Genuss verbinden. Gleichzeitig entsteht leicht das Gefühl, allem gerecht werden zu müssen… und es warten ja noch einige Gartenmonate auf uns…

Im Garten zeigt sich jedoch, dass nicht jede Möglichkeit genutzt werden muss. Der Mai erlaubt Auswahl und wirken lassen: Wann hast Du das letzte Mal länger als 3 Sekunden einer Biene zugehört? Wann hast Du das letzte Mal wirklich des Farbverlauf auf einem Blütenblatt wahrgenommen?

Einordnung im Jahresverlauf

Der Mai markiert den Übergang vom Aufbau zur Entwicklung. Er für das, was im Frühjahr vorbereitet wurde, weiter und ist gleichzeitig die Vorbereitung auf den Sommer. Seine Aufgabe liegt darin, Strukturen zu festigen und Wachstum zu begleiten.

Was jetzt konkret ansteht und wo Zurückhaltung sinnvoll bleibt, wird in den Garten-To-dos im Mai und den Garten-Don’ts im Mai sachlich eingeordnet. Dieser Artikel bleibt bei der Übersicht.

Garten-To-Dos und Don’ts im Mai

In diesem Sinne: genieße den Mai!

Gunhild

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