Was Du jetzt bewusst nicht tun solltest auch wenn es überall anders klingt
Der Januar ist der Monat, in dem im Garten erstaunlich viel schiefgehen kann, obwohl scheinbar noch nichts passiert. Gerade jetzt häufen sich gut gemeinte Ratschläge, frühe Einkaufstipps und die Aufforderung, „schon mal loszulegen“. Dabei braucht der Garten im Januar vor allem eines: Zurückhaltung.
Die folgenden Don’ts richten sich nicht gegen Gärtnern, sondern gegen unnötige Hektik. Sie helfen Dir, typische Fehler zu vermeiden, die später im Jahr Arbeit, Stress oder Enttäuschung nach sich ziehen. Alles, was Du hier bewusst lässt, unterstützt den Garten mehr, als es auf den ersten Blick scheint.
Wenn Du wissen willst, was im Januar sinnvoll ist, findest Du das im passenden Gegenstück: Garten-To-dos im Januar.
Don’t 1: Im Januar düngen
Solange Schnee liegt oder der Boden kalt und gesättigt ist, macht Düngen keinen Sinn. Organischer Dünger wirkt nicht sofort, sondern muss erst von Mikroorganismen umgesetzt werden. Diese sind im Januar kaum aktiv.
Was jetzt ausgebracht wird, bleibt liegen oder wird im ungünstigsten Fall ausgewaschen.
Merksatz: Gedüngt wird, kurz bevor die Pflanzen wachsen, nicht, wenn der Boden schläft.
Don’t 2: Den Boden „vorbereiten“ oder betreten
Der Winter arbeitet bereits für Dich. Durch Frost-Tau-Wechsel entsteht die sogenannte Frostgare, eine feinkrümelige Bodenstruktur. Sie lässt den Boden kurzfristig fluffig werden und ist sehr trittanfällig.
Wer jetzt hackt, gräbt oder viel läuft, zerstört genau diese natürliche Bodenarbeit.
Don’t 3: Zu früh aussäen
Januar-Aussaaten aus reiner Vorfreude führen oft zu schwachen Pflanzen und doppelter Arbeit. Wer zu früh sät, sät meist zweimal. Selbst Chili und Paprika dürfen noch warten. Du musst diesen ganzen Technikhipe um Assimilationslichter, Heizmatten und Indoorgewächshäusern nicht mitmachen. Nicht alles, was technisch möglich ist, ist gärtnerisch sinnvoll.
Ausnahme: Kaltkeimer, die genau diese Winterphase brauchen.
Don’t 4: Gehölze schneiden, die ihren Schnitt im Sommer brauchen
Dass es Winter- und Sommerschnitt bei Gehölzen gibt, haben wir in den Januar-To-Dos schon angesprochen. Allerdings mag nicht jedes Gehölz im Winter geschnitten werden. Einige Arten reagieren empfindlich oder verlieren durch falschen Zeitpunkt ihre Blüh- oder Regenerationskraft.
Typische Beispiele für Sommerschnitt-Gehölze:
- Pfirsich
- Kirsche
- Aprikose
- Walnuss
- stark blutende Gehölze
Im Januar geht es um Beobachtung, nicht um pauschales Schneiden.
Don’t 5: Winterschutz voreilig entfernen
Wer weiß, wie das Wetter mit uns spielt. Milde Phasen können täuschen, denn die Sonneneinstrahlung ist einfach noch schwach und kurz. Dabei ist es nicht die Kälte, sondern vor allem der Wind, Frostsonne und plötzliche Temperaturstürze die eigentliche Gefahr. Ständiges Auf- und Abdecken stresst Pflanzen mehr als ein stabiler Schutz.
Merksatz: Winterschutz schützt vor Wetter, nicht vor Ungeduld. 😉
Don’t 6: „Aufräumen“, nur weil es unordentlich wirkt
Vielleicht hast Du im Herbst Deinen Garten nicht klassischer Weise aufgeräumt: Laub, Stängel, Reisig und Totholz stellen dabei keine Vernachlässigung dar. Nein, Du hast Überwinterungsräume geschaffen für Insekten und ihre Eier. Lass sie erst alle wieder aufachen, ehe Du aufräumst… und dann kann es sein, dass sich die Natur eh schon alles zurück geholt hat.
Don’t 7: Dich selbst aus der Winterruhe treiben
Vielleicht ist nicht nur der Garten in der Ruhephase, sondern auch Du. Wie gesagt, der Januar ist meiner Meinung noch kein Monat für Leistung. Noch gilt die Winterruhe, das Nachfühlen wie die vergangenen, dunklen Tage waren und für Regeneration. Wer jetzt auflädt, startet stabiler ins Jahr: Ein ausgeruhter Mensch trifft bessere Gartenentscheidungen.
Danke Januar
Ich mag den Januar im Garten genau deshalb, weil er nichts fordert. Man darf schauen, denken, planen, träumen, sich erinnern oder auch einfach nichts tun. Der Rest kommt früh genug, versprochen
So gemütlich kann es nämlich sein im Januar: Januar im Garten
